Nilpferd-Attacke in Flitterwochen: Sam überlebt dank seiner Anna

- Ein Nilpferd hat den Briten Sam McKee auf seiner Hochzeitsreise im Okavango-Delta in Botswana aus dem Boot gerissen und ins Maul genommen.
- Seine Frau Anna rettete ihn, indem sie auf das Tier einschlug, bis es Sam losliess.
- Sam musste 13 Stunden ohne Schmerzmittel ausharren und erhielt erst nach 18 Stunden Notfallbehandlung in einem Spital in Südafrika.
Zehn Tage nach ihrer Hochzeit begaben sich Sam und Anna McKee auf Safari in Botswana. Ihre Hochzeitsreise nahm jedoch eine unvorhersehbare Wendung, als sie im Okavango-Delta einem Nilpferd begegneten.
Sie waren mit einem Reiseführer auf einem traditionellen Boot unterwegs. Plötzlich tauchte neben ihnen ein Ungetüm aus dem Wasser auf. Das Nilpferd schnappte nach Sams Schulter und riss ihn aus dem Boot. Durch die Wucht wurden auch Anna und der Tourguide ins Wasser geschleudert. Dann ging alles sehr schnell.
«Fing an, auf das Nilpferd einzuschlagen»
«Sam ist tot, er stirbt. Das ist nicht wahr, das kann doch nicht wahr sein»: Als sie aus dem Wasser auftauchte, konnte Anna keinen klaren Gedanken fassen. Sie sah, wie Sam quer im Maul des Nilpferds lag, und entschied sich, zu kämpfen.
«Ich rannte auf das Nilpferd zu», erinnert sie sich. «Ich ballte meine Hände zu Fäusten, stürmte einfach auf das Nilpferd zu und fing an, auf es einzuschlagen», erzählt Anna gegenüber der britischen TV-Show «Good Morning Britain».
«Wie der Aufprall bei einem Autounfall»
«Ich spürte keine Schmerzen», erinnert sich Sam an das Geschehene. Wohl, weil er sofort unter Schock stand, mutmasst er. «Ich spürte nur eine Kraft, die ich kaum beschreiben kann», erklärt Sam den Biss. «Am ehesten lässt es sich wohl mit der Wucht des Aufpralls bei einem Autounfall vergleichen.» Ein Nilpferd kann mit seinem Gebiss einen Druck von um die 800 kg ausüben.
Dank Annas Faustangriffen liess das Nilpferd den Mann los und zog sich zurück. So konnte sie Sam ans Ufer in Sicherheit bringen. Dort angekommen, wollte Sam noch aufstehen und weiter landeinwärts gehen, doch da merkte er, dass die Befehle seines Hirns seine Beine nicht mehr erreichten – er konnte sich nicht mehr bewegen.
13 Stunden ohne Schmerzmittel
Nach Angaben der beiden dauerte es 13 Stunden, bis Sam Schmerzmittel erhielt, und 18 Stunden, bis er in ein Spital im benachbarten Südafrika gebracht werden konnte.
Dort erhielt Sam 20 Klammern im Oberkörper, Infusionen am Hals und an den Armen sowie eine Magensonde und ein Beatmungsgerät. Am Bauch musste er notoperiert werden. Heute habe er nur noch einige «Wehwehchen» von damals, erzählt er.
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
