Kurioses Großer-Handspiel in der Nachspielzeit: Brekalo erlöst Hertha spät
Josip Brekalo bewahrt Hertha BSC mit einem verwandelten Elfmeter spät vor dem zweiten torlosen Remis in Serie und beschert den Berlinern einen Heimsieg gegen Bielefeld. Gegen defensive Arminen tat sich die Alte Dame lange Zeit schwer.

Später Siegtreffer vom Punkt: Josip Brekalo erlöst Hertha BSC gegen Bielefeld. picture alliance/dpa
Nach sieben Auftaktsiegen am Stück hatte Hertha BSC beim 0:0 gegen Schlusslicht Kiel erstmals Punkte liegengelassen. Im Heimspiel gegen Bielefeld tauschte Hertha-Coach Stefan Leitl nur einmal und brachte den zuletzt geschonten Pedersen für Eitschberger (Bank). Der Däne übernahm hinten links, Zeefuik wechselte auf die rechte Abwehrseite.
Bei der Arminia nahm Oliver Kirch im Vergleich zum 2:1-Derbysieg gegen Osnabrück zwei Wechsel vor: Felix und Momuluh spielten anstelle von Boakye und Young (beide Bank). Russo rückte aus der Dreierkette auf seine angestammte Position im Mittelfeld vor und auch Wörl spielte eine Linie weiter vorne. Im Kader fehlte erneut der am Oberschenkel verletzte Min.
Großer rettet auf der Linie - Kersken stark gegen Adewumi
Noch ehe sich die beiden Teams formiert hatten, bot sich den Hausherren die Chance auf die Führung. Bereits in der 2. Minute musste sich Kersken gegen Grönning auszeichnen. Die Berliner blieben auch danach spielbestimmend, taten sich gegen die defensiv gut organisierte Arminia aber schwer, zu klaren Chancen zu kommen. Bielefeld schaffte zwar immer wieder Entlastung per Konter, Abschlüsse von Jensen (5.) wie Grodowski (13.) blieben aber harmlos.
2. Bundesliga - 9. Spieltag
So war die Partie in der Anfangsphase eine etwas zähe Angelegenheit, die Zuschauer sahen viel Ballgeschiebe im Mittelfeld. Bis ein Fehler von Hagmann die Herthaner aufweckte: Der Bielefelder köpfte den Ball in den Lauf von Grönning, der die Kugel an Kersken vorbei hob - Großer rettete fantastisch auf der Linie (16.).
Nun erhöhte der Hauptstadtklub den Druck, kam aber weiter nicht richtig durch. Erst vor der Pause näherten sich die Berliner der Führung, doch da Kersken aus kurzer Distanz gegen Adewumi (39.) wie beim Kopfball von Grönning (42.) stark zur Stelle war, ging es torlos in die Kabinen.
Sessas Freistoßhammer an die Latte
Die Hausherren verschärften den Druck nach der Pause nochmals, für die Arminia gab es nun kaum noch Entlastung. Pedersen zielte aus bester Position allerdings rechts vorbei (52.), Brekalo traf nur das Außennetz (54.). Und auf einmal meldete sich auch der DSC erstmals gefährlich vorne an, eine Freistoßflanke köpfte Großer knapp am Tor vorbei (60.).
Es war ein kleiner Weckruf für die Arminia, die sich nun aus ihrer defensiven Grundordnung heraus mehr zutraute. Doch das eröffnete wiederum Räume für die Gastgeber, das Spiel wurde so etwas offener. Sessa knallte einen Freistoß an die Latte (66.), auf der Gegenseite setzte Russo einen Distanzschuss zu hoch an (69.). Schließlich hatte Sessa die Führung auf dem Fuß, drückte den Ball jedoch links vorbei (75.).
Drama in der Schlussphase: VAR und Handelfmeter
Fünf Minuten vor Schluss war es dann Schuler, der die Herthaner erlöste. Zumindest scheinbar, denn der Joker hatte einen Schuss von Gouram mit der Hand entscheidend ins Tor gelenkt, der VAR kassierte den Treffer korrekterweise wieder ein.
Doch es sollte noch nicht der Schlusspunkt sein. In der Nachspielzeit stürzte Großer im eigenen Strafraum mit beiden ausgestreckten Armen in eine Ecke, den fälligen Elfmeter verwandelte Brekalo allen Bielefelder Protesten zum Trotz - Großer wollte vorher gehalten worden sein, der Verteidiger bekam den Ball also an den Reklamierarm - zum späten 1:0 (90.+2). Da Koudossous Kopfball Sekunden vor dem Ende an Pedersen hängen blieb (90.+4), war das auch der Siegtreffer. Berlin hatte spät das zweite torlose Remis in Serie vermieden.
Für die Herthaner geht es erst einmal am Mittwoch (18 Uhr) im DFB-Pokal bei Regionalligist SSV Jeddeloh II weiter, ehe am kommenden Samstag (13 Uhr) das schwere Gastspiel am Betzenberg in Kaiserslautern ansteht. Bielefeld ist dagegen im Pokal nicht mehr dabei, am Freitag (18.30 Uhr) empfängt der DSC in der Liga Eintracht Braunschweig auf der Alm.
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