Gegner und Experte genervt – Führt Zverevs Aufschlagroutine zu einer Regeländerung?

Alexander Zverev schloss am Sonntag in New York ein überragendes Grand-Slam-Jahr mit seinem 2. Major-Titel ab. Im Final der US Open bezwang der Hamburger den US-Amerikaner Ben Shelton in 4 Sätzen.
Shelton zeigte sich als fairer Verlierer und lobte den neuen Champion in den höchsten Tönen. «Sascha, Glückwunsch zu diesen zwei Wochen, Kumpel. Dein zweiter Grand-Slam-Titel. Zwei in einem Jahr. Du bist einer der allerbesten Spieler der Welt. Vielleicht der beste Spieler der Welt in diesem Jahr», so Shelton.
Becker sieht es wie Shelton und Chatschanow
Doch der 23-Jährige aus Atlanta übte wie zuvor schon Karen Chatschanow, der gegen Zverev im Halbfinal verloren hatte, Kritik an der Aufschlagroutine des Deutschen. Diese dauert ausserordentlich lange. Nicht selten prellt Zverev den Ball bis zu 20 Mal oder mehr – und zwar jeweils vor dem ersten und dem zweiten Aufschlag. «Ich werde nicht 30 Sekunden lang in einer Position mit angewinkelten Knien und angespanntem Körper verharren, während ich warte», sagte Shelton.
Auch der sechsfache Grand-Slam-Gewinner Boris Becker fordert angesichts der Aufschlagmarotte von Zverev eine neue Regel im Tennis. «Einen Kritikpunkt habe ich bei Sascha Zverev, nur einen. Dieses ewige Balltippen beim zweiten Aufschlag», sagte der 58-Jährige im gemeinsamen Podcast mit Andrea Petkovic.
«Man benötigt dringend eine Regeländerung, wie lange der Spieler Zeit hat vor dem zweiten Aufschlag», so Becker. Beim ersten Aufschlag haben die Spieler 25 Sekunden Zeit, um den Ball ins Spiel zu bringen, nachdem der Unparteiische den Spielstand angesagt hat. Vor dem zweiten Aufschlag gibt es bislang keine Zeitbegrenzung.
«Ich wurde hektisch beim Kommentieren», sagte TV-Experte Becker. «Ich dachte, wann fängt er denn an?» Auch Shelton fordert eine Regeländerung betreffend der Zeit vor dem zweiten Service. Dies sei ansonsten eine unfaire Verzögerung für den Sport und die Zuschauer, ergänzte der Final-Verlierer.
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