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Saturday, October 31, 2026

Wegen Bolsonaro: Dicke Luft zwischen Brasilien und Argentinien

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  • Flávio Bolsonaro ist trotz gerichtlichem Ausreiseverbot über Argentinien in die USA gereist.
  • Brasilien bat die argentinische Geschäftsträgerin María Emilia Cortés um Auskunft zu den Umständen.
  • Argentiniens Aussenminister Pablo Quirno bestreitet, dass Brasilien Informationen angefordert habe.

Nach der Ausreise des bei der Präsidentenwahl unterlegenen Kandidaten Flávio Bolsonaro über Argentinien in die USA hat Brasilien die argentinische Geschäftsträgerin in Brasilia eigenen Angaben zufolge um Auskunft zu den Umständen gebeten. Die brasilianische Regierung empfing die Diplomatin María Emilia Cortés am Donnerstag im Aussenministerium, wie diplomatische Quellen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag bestätigten. Argentiniens Aussenminister Pablo Quirno bestritt hingegen, dass Brasilien Informationen über Bolsonaros Ausreise angefordert habe. «Falsch. Es gab keine Bitte um Informationen», schrieb er auf der Plattform X.

Bolsonaro hatte Brasilien trotz eines gerichtlichen Ausreiseverbots über Argentinien verlassen und war von dort mit seiner Familie in einem Privatflugzeug über Ecuador in die USA geflogen.

Beziehungen bereits seit Monaten angespannt

Die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern sind bereits seit Monaten belastet. Im Juli hatte Argentiniens rechtsgerichteter Präsident Javier Milei bei einem Besuch in São Paulo seinen linken brasilianischen Amtskollegen Luiz Inácio Lula da Silva als «Dieb» und «Häftling» bezeichnet. Zudem beleidigte er den Richter am Obersten Gerichtshof, Alexandre de Moraes. Daraufhin rief Brasilien seinen Botschafter in Buenos Aires zu Konsultationen zurück. Auch der argentinische Botschafter in Brasilia kehrte anschliessend in sein Heimatland zurück. Die diplomatischen Beziehungen werden seither auf der Ebene von Geschäftsträgern geführt.

Bolsonaro verlässt trotz Verbots das Land

Trotz eines Verbots der Justiz im Rahmen von Ermittlungen wegen Geldwäsche reiste Bolsonaro nach der Wahl am Sonntag heimlich in die USA aus. Er überquerte mit seiner Familie am Dienstagabend die Grenze nach Argentinien, nutzte dort laut Medien seinen italienischen Reisepass, den er neben dem brasilianischen besitzt, und flog anschliessend über Ecuador nach Miami.

Zuvor war Bolsonaro einer Anordnung des Obersten Gerichts in Brasilien nicht nachgekommen, seine Reisepässe binnen 24 Stunden abzugeben. Bolsonaro weist ein Fehlverhalten zurück und spricht von politischer Verfolgung.

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Konstantin Furrer

Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.

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