Mädchen nach Rodelbahn-Crash notoperiert – Verursacher abgehauen

- Ein neunjähriges Mädchen wurde auf der Rodelbahn in Langenbruck BL von einem anderen Mädchen von hinten gerammt und schwer verletzt.
- Wegen einer schweren Milzverletzung musste sie notoperiert werden. Sie liegt noch immer im Spital.
- Die Familie des auffahrenden Mädchens verschwand nach dem Unfall, ohne sich zu melden.
«Beim Zusammenprall wurde ihr die Bremse in den Bauch gerammt», sagt Elvan zu 20 Minuten. Ihre Tochter wurde am vergangenen Sonntag auf der Rodelbahn in Langenbruck BL von einem anderen Mädchen von hinten gerammt. Sie musste wegen einer schweren Milzverletzung notoperiert werden.
Die Familie kennt die Rodelbahn gut und war in der Vergangenheit bereits mehrmals dort gewesen. «Die letzten Male bin ich extra hinter meiner Tochter gefahren», erzählt Elvan. Dieses Mal habe ihre Tochter alleine fahren wollen.
«Sie begann zu zittern und die Haut verfärbte sich»
Unten angekommen, wartete Elvan vergeblich auf ihre Tochter: «Ich bin dann hochgerannt und habe gesehen, wie sie auf der Wiese lag.» Äussere Verletzungen waren zunächst keine sichtbar, doch das Mädchen klagte über Bauchschmerzen.
Kurz darauf sei sie zusätzlich blass geworden und habe stark gezittert. «Als es nicht besser wurde und ihre Haut plötzlich ganz gestreift aussah, sind wir direkt ins Spital gefahren», so die Mutter.
Crash-Verantwortliche plötzlich «verschwunden»
Im Spital wurde eine schwere Milzverletzung festgestellt und das Mädchen notoperiert. Die Operation verlief gemäss Elvan ohne Komplikationen. Ihre Tochter liege weiterhin im Spital, hat mit Physiotherapie begonnen und darf zwei Monate keinen Sport treiben.
Das Personal der Rodelbahn habe nach dem Unfall schnell reagiert. «Sie haben sofort geholfen und sich später auch noch nach der Gesundheit meiner Tochter erkundigt.» Anders sieht es beim Mädchen aus, das für den Crash verantwortlich war. Sie sei zusammen mit ihrer Familie plötzlich verschwunden: «Ich würde gerne noch mit ihnen sprechen», so Elvan. «Solche Unfälle können passieren. Aber man sollte dann auch Verantwortung übernehmen.»
Betreiber: «Bremssystem funktioniert einwandfrei»
Laut der Betreiberfirma Solarbob AG lag kein technischer Defekt vor: «Das dahinterfahrende Mädchen hat nicht genügend aufgepasst und sich nicht vorschriftsgemäss verhalten», so Peter Hammer. Das Bremssystem sei nach dem Ereignis überprüft worden und habe einwandfrei funktioniert. Die Bobs seien anschliessend bis zum Ausstiegsband gefahren worden und hätten sich «sicher und korrekt» bremsen lassen.
Die Geschwindigkeit werde von den Fahrgästen selbst durch Beschleunigen und Bremsen geregelt. Zusätzlich werde die maximale Geschwindigkeit durch Fliehkraftbremsen begrenzt.
Nach dem Zusammenstoss sei die Bahn sofort abgestellt worden, ein Mitarbeiter sei zur Unfallstelle gelaufen und habe Erste Hilfe geleistet. «Persönlich bin ich in Gedanken fest beim Mädchen und wünsche ihr schnelle und gute Genesung», so Hammer.
«Familie ist gegangen, ohne sich zu melden»
Die Betreiberfirma hält an ihrem bisherigen Sicherheitskonzept fest. Man verfüge über 25 Jahre Betriebserfahrung und werde den «sehr hohen Sicherheitsstandard» weiterhin beibehalten.
Auch zum Verschwinden der Familie äussert sich die Solarbob AG. Die Eltern des auffahrenden Mädchens hätten ihre Tochter «wahrscheinlich am Ende der Bahn» abgeholt und seien gegangen, ohne sich zu melden.
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