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Friday, October 9, 2026

Chirurg trug sich als Arzt ein – obwohl er gar nicht da war

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Bschiss bei Crans-Montana-Operationen

Chirurg trug sich als Arzt ein – obwohl er gar nicht da war

Das CHUV hat einen leitenden Chirurgen suspendiert. Er soll seinen Namen unter Operationsberichte gesetzt haben, obwohl er bei den Eingriffen nicht dabei war.

Publiziert: vor 28 Minuten

  • Am CHUV soll ein Chirurg OP-Berichte gefälscht haben.
  • Er wurde suspendiert und der Waadtländer Justiz gemeldet.
  • Das Spital sieht die Versorgungsqualität nicht infrage.

Janine EnderliRedaktorin News

Nach einer internen Meldung hat die Direktion des Universitätsspitals Lausanne (CHUV) festgestellt, dass einer ihrer Chirurgen medizinische Dokumente gefälscht haben soll. Wie der Westschweizer Sender RTS berichtet, wurde der leitende Arzt suspendiert und bei der Waadtländer Justiz angezeigt. Die Vorfälle ereigneten sich in der Abteilung für plastische und rekonstruktive Chirurgie, die unter anderem erwachsene Schwerbrandverletzte aus Crans-Montana behandelte.

Seit der Brandkatastrophe war die Abteilung stark gefordert. In den vergangenen Monaten führte das Team mehr als 130 Operationen bei rund 20 Schwerverletzten durch.

In dieser Phase soll es bei einem Chirurgen zu Unregelmässigkeiten bei der administrativen Dokumentation gekommen sein. Wie das Rechercheteam von RTS herausfand, soll einer der leitenden Ärzte seinen Namen unter Operationsberichte gesetzt haben, obwohl er bei den entsprechenden Eingriffen gar nicht dabei war. Die übrigen Angaben in den Berichten seien nach bisherigen Erkenntnissen korrekt.

Die Generaldirektorin des CHUV betonte gegenüber RTS, alle Eingriffe seien von kompetenten Fachärzten durchgeführt worden. Die Qualität der medizinischen Versorgung stehe daher nicht infrage. Falschen Angaben könnten jedoch Auswirkungen auf die Abrechnung, die Patientenakten und den beruflichen Leistungsnachweis der tatsächlich anwesenden Ärzte in Ausbildung haben.

Der betreffende Chirurg wurde vom Spital suspendiert und bei der Waadtländer Staatsanwaltschaft angezeigt. Diese prüft nun, ob die Vorwürfe den Tatbestand der Urkundenfälschung im Amt erfüllen könnten. Derzeit gilt die Unschuldsvermutung.

Gegenüber RTS erklärte der Arzt, er nehme die Schritte des CHUV zur Kenntnis und stehe der Spitaldirektion sowie der Staatsanwaltschaft zur Verfügung. Zu den Vorwürfen selbst wollte er sich nicht weiter äussern.

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