Donnafugata ist fit für die nächste Generation

Eine Familie – fünf Güter
Donnafugata ist fit für die nächste Generation
Vor zehn Jahren erweiterte die Familie Rallo mit Weingütern am Ätna und in der Region Vittoria ihr Portfolio und stellte damit die Weichen für die nächste Generation.
Publiziert: 14:00 Uhr
- Sizilien ist eine der spannendsten Weinregionen Italiens
- Das 1983 gegründete Unternehmen Donnafugata zählt zu den Topbetrieben auf der Insel
- Vor zehn Jahren kamen Weingüter in Vittoria und am Ätna dazu
Ursula GeigerRedaktorin Wein
Linguaglossa liegt auf 500 m. ü. M. am Nordhang des Ätna. Als morgens um drei Uhr ein Grollen den Schlaf unterbrach, war der erste Gedanke: Er spuckt wieder Asche. Falsch. Es war Donner, gefolgt vom Rauschen des Regens.
«Wenn der Ätna so wie Ende September Asche schleudert, kommt ein Rumoren tief aus der Erde und fährt durch Mark und Bein», sagt Antonio Rallo. Seit zehn Jahren ist Antonio regelmässig in der Ätnaregion, denn hier liegt eines der fünf Güter von Donnafugata.
Klare Linie seit 1983
Weitere befinden sich in Vittoria bei Ragusa (seit 2016), auf der Vulkaninsel Pantelleria (seit 1989) sowie in Marsala, wo die Familie im 19. Jahrhundert den bekannten Süsswein produzierte.
1983 gründeten Giacomo Rallo und Gabriella Anca das Weingut Donnafugata in Contessa Entellina nahe Palermo. Das Paar war sich des Potenzials für trockene Qualitätsweine auf Sizilien bewusst und setzte rigoros auf Qualität. Gemeinsam mit den Kindern José (Giuseppina) und Antonio Rallo machten sie das Familienunternehmen zur Numero Uno auf Sizilien.
Weine, die längst Klassiker sind
In den 1990ern sorgte Donnafugata international für Begeisterung mit den Cuvées «Mille e una Notte» (Nero d'Avola, Petit Verdot, Syrah) und «Tancredi» (Nero d'Avola, Cabernet Sauvignon und etwas Tannat), die im Lauf der Jahre zu Klassikern geworden sind.
Mit der Netflix-Serie «Der Leopard», basierend auf dem grossen Sizilien-Roman von Giuseppe Tomasi di Lampedusa, wurde der «Tancredi» 2025 nochmals ins Rampenlicht gerückt.
Sie habe ein Faible für die charismatische Figur des Tancredi Falconeri, erzählt Gabriella Favara, die Tochter von José Rallo, beim gemeinsamen Kochen und Essen auf dem Gut in Acate (Vittoria). Die junge Ökonomin mit einem Master in Business Management ist vor vier Jahren in das Familienunternehmen eingestiegen.
«Wann immer es der volle Terminkalender zulässt, sitzt die Familie im Stammhaus in Contessa Entellina gemeinsam am Mittagstisch», sagt Gabriella und formt ein spitzes Arancino, denn im Süden der Insel ist der Ätna nah und darum sind die gefüllten und frittierten Reisbällchen nicht rund, sondern kegelförmig.
In Vittoria dominieren die roten Sorten Nero d'Avola und Frappato, die Trauben für den Cerasuolo di Vittoria, die einzige DOCG Siziliens. Der duftet nach dunklen Beeren, Veilchen, mediterranen Kräutern, ist am Gaumen kräftig, aber mit weichem Tannin und einer Frische am Schluss, die ihn zum idealen Essensbegleiter macht.
«Unsere Traubenernte dauert hundert Tage»
Kaum ein Unternehmen hat den «Weinkontinent» Sizilien besser verinnerlicht als die Rallos. Die Vielfalt an Terroirs, Rebsorten und Weintypen lässt keine Wünsche offen – und macht viel Arbeit.
«Unsere Traubenernte dauert hundert Tage. Begonnen wird im Juli mit Chardonnay und Pinot nero in Contessa Entellina für unseren Schaumwein, Mitte Oktober beenden wir die Ernte am Ätna», erzählt Antonio, während er eine Flasche Etna Rosso «Fragore» 2021 öffnet.
Fragore und Trockenmauern
Fragore heisst «Tossen, Donner, Grollen» und kein Name könnte besser passen zu diesem straffen, kühlen Rotwein aus der Ätna-Sorte Nerello Mascalese mit der rotfruchtigen Aromatik und den Noten von fruchtbarer Erde und Kräutern.
Die Trauben stammen aus der Contrada (Lage) Montelaguardia. Die Parzellen am Ätna sind von Trockenmauern umfasst, die zum Unesco-Welterbe gehören. Die Rebstöcke sind teils über hundert Jahre alt. Mit der Renaissance der Ätna-Weine haben die sizilianischen Produzenten ihrem Weinkontinent eine weitere Dimension gegeben. Sie sehen es auch gelassen, wenn der Ätna Asche regnen lässt. Die Asche macht den Boden fruchtbar.
Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Pressereise.
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