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Wednesday, October 7, 2026

Kritik an Überkonsum: Mimoza und Ardiana geraten in Shitstorm

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  • Influencerin Mimoza gerät in einen Shitstorm, nachdem sie auf Tiktok einen als Seitenhieb gewerteten Kommentar gegen die Konsumkritik-Creatorin Didi postete.
  • Mehrere Influencerinnen, darunter Valmili, stellten sich öffentlich gegen Mimoza. Sie löschte den Kommentar daraufhin.
  • Mimozas Management erklärt den Ton als unbeabsichtigt und kündigt die Prüfung rechtlicher Schritte gegen erfundene Behauptungen an.

Die Schweizer Influencerin Didi kritisierte kürzlich auf Tiktok den aus ihrer Sicht übertriebenen Konsum vieler Schweizer Influencerinnen. Ständig neue Kleider, Einkäufe und Hauls würden einen Lebensstil normalisieren, bei dem dauernd Neues gekauft werden müsse. Zudem würden Fans getäuscht, wenn Influencerinnen in der Werbung behaupteten, zahlreiche verschiedene Beautyprodukte zu verwenden.

Das Video traf einen Nerv: Viele Userinnen und User stimmten Didi in den Kommentaren zu. Influencerin Mimoza fühlte sich offenbar angesprochen. Sie postete unter Didis Beitrag einen Screenshot von deren Tiktok-Biografie, auf dem eine Mailadresse für Kooperationen zu sehen war. Dazu schrieb sie: «Ihr wollt es so fest, es ist schon fast herzig.» Viele interpretieren dies als Seitenhieb, dass kleinere Influencerinnen eifersüchtig seien, selbst gerne erfolgreicher wären und die Branche deshalb kritisierten. Mimoza wird Überheblichkeit vorgeworfen.

Wie beurteilst du die Kritik an Influencerinnen, die ständig neue Kleider und Produkte zeigen?

Mimozas Schwester Ardiana mischt sich ein

Der Kommentar sorgte online für einen Shitstorm. Mehrere Influencerinnen stellten sich öffentlich gegen Mimoza. Darunter Valmili, die Didis Kritik am Überkonsum unterstützte. Mimoza löschte ihren Kommentar unter Didis Tiktok wenig später.

Danach schaltete sich ihre Schwester Ardiana via Instagram-Story ein. Sie kritisierte Valmili und bezeichnete ihr Verhalten als «unmenschlich» und «unmoralisch». Zwar sei sie «kein Fan von Konsumopfern», doch Valmili sei selbst Influencerin: «Eines Tages könnten wir Arbeitskolleginnen sein, lass es doch einfach.»

Valmili konterte: Nur weil sie Teil der Branche sei, müsse sie nicht alles gutheissen. Ihr gehe es darum, welches Konsumverhalten auf Social Media als normal dargestellt werde. «Es ist nicht normal, jede Woche in den Zara zu laufen und mit zig Tüten wieder rauszukommen.» Sie selbst versuche, Kleidung lange zu tragen. Besonders die Begriffe «unmenschlich» und «unmoralisch» hätten sie verletzt.

Mimozas Management prüft rechtliche Schritte

Aus Didis Konsumkritik ist eine grössere Debatte in der Schweizer Influencer-Szene entstanden. Vor allem Mimoza und ihre Schwester bekommen in den Kommentarspalten viel Gegenwind. «Seit sie nur noch Werbung machen, habe ich mir überlegt zu entfolgen» oder «Klares Eigentor», schreiben Userinnen. Andere verteidigen die beiden und sagen, dass der Konsum halt Teil ihres Jobs ist.

Auf Anfrage von 20 Minuten zum Vorfall schreibt Mimozas Management: «Mimoza hat den Kommentar spontan geschrieben. Er hat nicht den Ton getroffen, den sie sich selbst gewünscht hätte, deshalb hat sie ihn gelöscht. Die Diskussion über bewussten Konsum nimmt sie ernst, und sie respektiert, dass es dazu unterschiedliche Haltungen gibt. Was aktuell in den Kommentaren passiert, hat mit dieser Diskussion allerdings nichts mehr zu tun. Es werden frei erfundene Behauptungen über ihr Privatleben verbreitet. Diese weisen wir klar zurück und prüfen rechtliche Schritte.»

Auch Ardianas Management äussert sich: «Die Diskussion über bewussten Konsum ist absolut berechtigt und gerade auf Social Media wichtig. Ardiana ist sich ihrer Verantwortung und ihres Einflusses auf ihre Community bewusst. Ihre Reaktion richtete sich nicht gegen diese Diskussion, sondern gegen die Art, wie die Kritik aus ihrer Sicht formuliert und auf andere CreatorInnen übertragen wird. In der Sache selbst dürfen unterschiedliche Positionen aber bestehen bleiben.»

Ammar Jusufi

Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.

Leonie Projer

Leonie Projer (pro), Jahrgang 1997, ist stellvertretende Leiterin im Ressort People und arbeitet seit Oktober 2022 bei 20 Minuten. Ihre ersten journalistischen Erfahrungen sammelte sie bei Tele M1 und «ArgoviaToday».

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