Anklage wegen Betrugs – OK-Präsident der Ski-WM in Crans-Montana muss vor Gericht

- Vom 1. bis 14. Februar soll in Crans-Montana (VS) die grosse Ski-Party steigen.
- Die besten Sportlerinnen und Sportler messen sich an der alpinen Ski-Weltmeisterschaft.
- Doch ein Nebenschauplatz könnte das Fest trüben: Gemäss dem «Blick» muss sich der Präsident des Organisationskomitees und Vizepräsident von Swiss Ski, Claude-Alain Schmidhalter, nun aber vor Gericht verantworten.
Es geht dabei nicht um seine Tätigkeit als Sportfunktionär, sondern um seine Ingenieursfirma in Brig-Glis.
Gewinne bewusst klein gehalten?
Die Walliser Staatsanwaltschaft wirft Schmidhalter Betrug und untreue Geschäftsführung vor. Er soll zusammen mit einem Komplizen seinen ehemaligen Geschäftspartner um über 300'000 Franken geprellt haben.
Gemäss Anklageschrift teilten sich Schmidhalter und sein Geschäftspartner die Inhaberschaft der Firma. Vertraglich war klar geregelt: Wenn einer aussteigt, wird er ausbezahlt. Der Betrag sollte sich nach dem Wert der Firma und den Gewinnen der letzten Jahre richten.
Als der Geschäftspartner in Rente gehen wollte, sollen Schmidhalter und sein Komplize laut Staatsanwaltschaft die Gewinne der Firma bewusst gedrückt haben. Über viel zu hohe Rechnungen von einer anderen Baufirma hätten sie Geld aus ihrer Ingenieursfirma abgesaugt, so der Vorwurf. Dies mit dem Ziel, dem Geschäftspartner weniger Geld auszahlen zu müssen.
Laufendes Verfahren
Deshalb fordert die Staatsanwaltschaft für Claude-Alain Schmidhalter und seinen Komplizen jeweils 23 Monate Gefängnis auf Bewährung sowie eine Busse von 10’000 Franken. Zudem sollen bei beiden 55’000 Franken für die Ersatzforderungen des Opfers einkassiert werden.
Ich vertraue dem Gericht, somit sehe ich der Verhandlung mit Zuversicht entgegen.
Schmidhalter weist die Vorwürfe gegenüber «Blick» entschieden zurück. Im Rahmen der Ermittlungen sei festgestellt worden, dass die Buchhaltungen korrekt und nach den geltenden Vorschriften geführt worden seien, so Schmidhalter. «Ich vertraue dem Gericht, somit sehe ich der Verhandlung mit Zuversicht entgegen. Zum laufenden Verfahren äussere ich mich deshalb nicht weiter.»
Swiss Ski schreibt auf Anfrage, man habe vom Verfahren Kenntnis. «Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt und dieses laufende Verfahren Claude-Alain Schmidhalters unternehmerische Tätigkeit betrifft, äussert sich Swiss Ski nicht weiter dazu.»
Die Sache wird am 27. Oktober vor dem Bezirksgericht in Brig-Glis (VS) verhandelt. Für Schmidhalter und den weiteren Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.
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