US Open: 2. Halbfinal, Männer – Erster Grand-Slam-Finaleinzug: Shelton ringt Tiafoe nieder

- Ben Shelton (ATP 9) bezwingt US-Landsmann Frances Tiafoe (ATP 12) im US-Open-Halbfinal in 3:18 Stunden mit 4:6, 6:3, 6:3, 7:5.
- Der starke Aufschläger serviert 20 Asse und steht erstmals in einem Grand-Slam-Final. Dort trifft er auf Alexander Zverev (ATP 2).
- Der Deutsche setzt sich im Halbfinal gegen Karen Chatschanow (RUS/ATP 50) in drei Sätzen durch.
Ben Shelton lag im 3. Satz schon mit Break vorne, als er sich einen ersten Satzball beim Aufschlag von Frances Tiafoe erspielte. Er nutzte ihn nicht, auch zwei weitere vergab er. Aber nach 15 (!) Minuten Gamedauer verwertete er den 4. zum Satzgewinn und ging mit 2:1 in Führung. Nach einer längeren Satzpause folgte gleich das nächste Marathongame: Während der 10 Minuten wehrte Shelton 3 Breakbälle ab und ging in Führung.
Premiere für Shelton – ausgerechnet zu Hause
Damit war der Widerstand Tiafoes, dem die Strapazen des Fünfsätzers im Viertelfinal (vs. Michelsen) mehr anzumerken waren als Shelton (vs. Alcaraz), noch immer nicht gebrochen. Sein Gang zwischen den Ballwechseln war zwar nicht mehr rund, die Chance auf den ersten Grand-Slam-Final – und das noch zu Hause – wollte er aber so lange wie möglich wahren.
Tiafoe hielt sich im Spiel, bis zum Aufschlagspiel bei 5:6. Shelton kam zu 3 Matchbällen und nutzte den zweiten dank eines Doppelfehlers Tiafoes. Damit war sein erster Grand-Slam-Finaleinzug der Karriere Tatsache. Der 23-Jährige fordert im Final der US Open die Weltnummer 2, Alexander Zverev. Das Endspiel gibt es am Sonntag ab 20:00 Uhr auf SRF zwei zu sehen.
Tour-Rekord – oder doch nicht?
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Bei einem Aufschlag Ben Sheltons zeigte die Geschwindigkeitsanzeige 158 mph an. Das wären 254 km/h und gleichbedeutend mit dem Rekord für den schnellsten Aufschlag der Tour-Geschichte. Später im Verlauf des Halbfinals wurde der Wert aber nach unten korrigiert, auf 149 mph. Immerhin noch 239 km/h, aber kein Tour-Rekord mehr. Der Rekord bleibt damit bei John Isner, der 2016 mit 253 km/h servierte.
Tiafoe startet dominant
Es war eine besondere Affiche an einem besonderen Tag: Zwei US-Amerikaner duellierten sich 25 Jahre nach 9/11 in New York um einen Platz im US-Open-Final. Mit Beginn der Partie stand das Tennis im Zentrum und die beiden Spieler boten dem Publikum von Beginn an beste Unterhaltung. Shelton versuchte, die Ballwechsel mit seiner Aufschlagstärke kurz zu halten, Tiafoe überzeugte zunächst eher bei den längeren Ballwechseln. Letzterer behielt im 1. Satz die Oberhand, nicht zuletzt, weil ihm Shelton das einzige Break mit einem Doppelfehler förmlich schenkte.
Shelton lässt immer weniger zu
Nach und nach war Shelton auch in den längeren Ballwechseln da und erfolgreich, was zu einer immer attraktiveren Partie beitrug. Mal für Mal wurde das Publikum im vollen Arthur Ashe Stadium mit langen und abwechslungsreichen Ballwechseln verzückt. Zur Unterhaltung trugen auch die Breaks bei. Auch der so starke Aufschläger Shelton (Total 20 Asse) musste nach einem Servicedurchbruch im 2. Satz gleich das Rebreak hinnehmen.
Mit dem Break zum 5:3 leitete er den 2. Satz in die gewünschten Bahnen. Shelton hatte ab da Oberwasser. Im 3. Umgang vergab er 2 Breakbälle bei 1:1, holte Verpasstes aber bei der nächsten Gelegenheit nach. Tiafoe gelang kein weiteres Break mehr und musste auch den 3. Satz abgeben.
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