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Saturday, October 3, 2026

«Sie haben es versaut»: Jetzt reden Eltern des Pike-Opfers

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  • Die Hinrichtung von Christa Pike (50) in Tennessee scheiterte trotz zwei Dosen Pentobarbital. Die verurteilte Mörderin liegt nun bewusstlos und in kritischem Zustand im Spital.
  • May Martinez, die Mutter des 1995 ermordeten Opfers Colleen Slemmer, fordert eine Entschuldigung vom Staat und sagt: «Alles, was ich wollte, war Gerechtigkeit.»
  • Nach der gescheiterten Hinrichtung hat Tennessees Gouverneur eine unabhängige Untersuchung angeordnet und weitere Hinrichtungen vorerst gestoppt.

Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Mord an ihrer Tochter wollte May Martinez endlich einen Schlussstrich ziehen. Dafür reiste sie von Florida nach Tennessee, um bei der Hinrichtung von Christa Pike (50) dabei zu sein. Doch die Hinrichtung scheiterte. Pike überlebte.

«Ich habe keine Gerechtigkeit für meine Tochter bekommen», sagte die Mutter von Colleen Slemmer laut der Nachrichtenagentur AP. Sie habe gesehen, wie Pike trotz der verabreichten Medikamente bei Bewusstsein blieb. Die 50-Jährige habe gelacht, den Kopf und die Füsse bewegt und versucht, sich aufzurichten.

So reagierte Christa Pike 1996 auf ihr Todesurteil – und ein ehemaliger Ermittler erinnert sich an ihr Geständnis.20 Minuten

«Als Mutter habe ich sie im Stich gelassen»

Zweimal wurde Pike das vorgesehene Mittel verabreicht. Doch sie starb nicht. Gegenüber dem Lokalsender WJXX erzählte Martinez, dass sie danach in Tränen ausgebrochen sei. «Alles, was ich wollte, war Gerechtigkeit.»

Besonders emotional wurde die Mutter, als sie über ihre Tochter sprach. «Als Mutter habe ich sie im Stich gelassen», sagte sie gemäss ABC News. Martinez stört zudem, dass sich die öffentliche Aufmerksamkeit ihrer Ansicht nach immer wieder auf Pike richtet. «Es geht nie um die Opfer. Es ist, als wäre Colleen nie da gewesen», sagte sie gegenüber CNN.

Sie bekamen lange keine Informationen

Auch der Umgang der Behörden macht Martinez wütend. Während der Hinrichtung hätten die Angehörigen zunächst keine Informationen erhalten. Dann seien sie plötzlich aus dem Raum geschickt worden. Erst später hätten sie erfahren, dass die Hinrichtung gescheitert war.

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Auf die Frage von NBC News, was sie Tennessees Gouverneur Bill Lee und dem Generalstaatsanwalt sagen wolle, antwortete Martinez: «Sie haben es versaut!» Vom Staat verlangt sie eine Entschuldigung.

«Kann nicht ruhen, bis dieses Monster stirbt»

Dabei hatte Martinez einiges auf sich genommen, um an diesem Abend überhaupt in Nashville sein zu können. Weil sie sich die Reise von Florida nach Tennessee nicht ohne Weiteres leisten konnte, bat sie öffentlich um Unterstützung. Laut WJXX kamen mehr als 2500 Dollar an Spenden zusammen.

Auch Colleens Stiefvater Raul Martinez reagierte wütend. «Colleens Seele kann nicht ruhen, bis dieses Monster stirbt», schrieb er auf Facebook. Pike werde Colleen auf ihrer «Reise in den Himmel» verfolgen, bis sie «vom Angesicht der Erde verschwunden» sei.

Ein Stück Schädel als Andenken

Hinter der Wut der Familie steht ein Verbrechen, das mehr als 30 Jahre zurückliegt. Colleen Slemmer war 19 Jahre alt, als sie 1995 getötet wurde. Pike war damals 18.

Der Fall Christa Pike

Im Januar 1995 lockte die damals 18-jährige Christa Pike ihre 19-jährige Mitschülerin Colleen Slemmer gemeinsam mit ihrem Freund Tadaryl Shipp und Shadolla Peterson in ein abgelegenes Waldstück nahe dem Job Corps Center in Knoxville. Pike verdächtigte Slemmer, ihr den Freund ausspannen zu wollen. Slemmer wurde im Wald über längere Zeit misshandelt und getötet.

Die Ermittler fanden später ein Stück ihres Schädels, das Pike als Andenken aufbewahrt hatte. Pike gestand die Tat, erklärte jedoch, sie habe Slemmer zunächst nur einschüchtern wollen. Am 22. März 1996 sprach eine Jury sie des vorsätzlichen Mordes ersten Grades und der Verschwörung zum Mord schuldig. In der Strafphase stellte sie besondere Grausamkeit und das Ziel fest, eine Strafverfolgung zu verhindern. Am 30. März 1996 verhängte die Jury die Todesstrafe.

Pike überlebt, befindet sich jetzt aber im Koma

Nach der gescheiterten Hinrichtung befindet sich Pike in Lebensgefahr. Gemäss ihren Anwälten ist sie bewusstlos und wird in einem Spital in Nashville künstlich beatmet. Ihr Zustand sei kritisch.

Bei der Hinrichtung wurden ihr zwei Dosen Pentobarbital verabreicht. Zuvor soll es Probleme gegeben haben, einen intravenösen Zugang zu legen. Laut ihren Anwälten erlitt Pike Verletzungen an beiden Armen.

Tennessees Gouverneur Bill Lee hat eine unabhängige Untersuchung angeordnet. Weitere für dieses Jahr geplante Hinrichtungen im Bundesstaat wurden vorerst gestoppt.

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Jasmin Steiger

Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.

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