Krieg gegen Iran – Pentagon-Bericht enthüllt massive Munitionsengpässe

Offenbarte Munitionslücken: Ein Bericht aus dem US-Verteidigungsministerium bestätigt, was die Regierung lange bestritt: Der Iran-Krieg hat die Munitionsvorräte der USA empfindlich ausgedünnt. Der Munitionsverbrauch im Rahmen der «Operation Epic Fury» habe «strategische Bestandslücken» verursacht und «Engpässe in der Rüstungsindustrie bei der Nachschubversorgung offenbart», heisst es in dem Bericht.
Geplante Gegenmassnahmen: Um diese Engpässe zu verringern, arbeite das Verteidigungsministerium daran, Beschaffungsprozesse und Produktionsvorlaufzeiten zu straffen und kritische Materialien, Komponenten und ausgewählte Munition einzulagern, «um im Notfall schnell reagieren zu können», heisst es. Verfasst wurde der Bericht von der Generalinspektion des Pentagons, einer unabhängigen Behörde innerhalb des Ministeriums. Er deckt den Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni ab.
Enorme Einsatzkosten: Dem Bericht zufolge schätzt das Verteidigungsministerium die Kosten des Einsatzes bis Ende Juni auf 33.4 Milliarden US‑Dollar. Verbrauchte Munition ist mit über 22 Milliarden Dollar der mit Abstand grösste Posten. Laut einer Schätzung des Haushaltsbüros des US-Kongresses (Congressional Budget Office), das Analysen erstellt, waren es bis zum 1. August rund 38 Milliarden Dollar (rund 33 Milliarden Euro). Mit jedem weiteren Monat – vorausgesetzt, das Einsatzniveau sei wie im Mai und Juni – kommen demnach geschätzt zwei Milliarden Dollar hinzu.
Betroffene Waffensysteme: Über schwindende Vorräte hatten zuvor unter anderem der US-Sender CNN und die Zeitung «Washington Post» berichtet und sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berufen. Allen voran gehe es dabei um weitreichende Marschflugkörper vom Typ Tomahawk und Patriot-Abfangraketen, die auch die Ukraine derzeit dringend benötigt. Nähere Angaben zu diesen Waffen gehen aus dem Bericht nicht hervor.
Politische Reaktionen: Die US-Munitionsvorräte sind seit Kriegsbeginn Ende Februar ein politisch brisantes Thema. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte Berichte über Munitionsknappheit wiederholt zurückgewiesen. Auch US-Präsident Donald Trump war solchen Berichten immer wieder entgegengetreten und hatte Menschen, die diese verbreiten, mit langen Haftstrafen gedroht. Am Montag schrieb er auf seiner Plattform Truth Social, die USA produzierten mehr Waffen «als jemals zuvor in unserer Geschichte». Diese würden täglich an die Streitkräfte im Nahen Osten und darüber hinaus geliefert.
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