Hohe Treibstoffpreise – KOF-Ökonom: «Beim Diesel dürfte die Entspannung länger dauern»

Der Dieselpreis hat in der Schweiz einen neuen Rekord erreicht. Laut Konjunkturforscher Alexander Rathke von der ETH Zürich dürfte der Dieselpreis länger hoch bleiben. Das hat auch Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Haushalte in der Schweiz.
Alexander Rathke
Ökonom und Dozent an der ETH Zürich
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Alexander Rathke ist Dozent am Departement Management, Technologie und Ökonomie der ETH Zürich und am KOF‑Institut tätig. Der Ökonom beschäftigt sich mit Fragen der Konjunkturentwicklung sowie den Auswirkungen von Energie-, Rohstoff- und Preisschocks auf Unternehmen, Konsumenten und die Gesamtwirtschaft.
SRF News: Warum ist der Dieselpreis derzeit auf Rekordniveau?
Alexander Rathke: Das hat mehrere Ursachen. Einerseits treiben die Konflikte im Nahen Osten und die hohe Nachfrage den Rohölpreis nach oben. Andererseits fehlt es in wichtigen Regionen an Raffinerie-Kapazitäten, wodurch Diesel auf dem Weltmarkt knapp geworden ist. Zusätzlich verteuern höhere Transportkosten den Treibstoff.
Die Unsicherheit bleibt gross.
Wie lange könnten die hohen Preise anhalten?
Die Entwicklung hängt stark von der geopolitischen Lage ab. Viele Experten rechnen damit, dass sich die Situation in den kommenden Monaten etwas beruhigt. Allerdings bleibt die Unsicherheit gross. Vor allem die Engpässe bei den Raffinerien dürften nicht so schnell verschwinden und die Dieselpreise länger hoch halten.
Beim Diesel bleibt das Problem der begrenzten Raffinerie-Kapazitäten bestehen.
Warum könnte Benzin schneller günstiger werden als Diesel?
Beim Benzin schlagen Veränderungen beim Rohölpreis meist schneller durch. Entspannt sich die Lage auf den Weltmärkten, könnten die Benzinpreise deshalb eher sinken. Beim Diesel bleibt das Problem der begrenzten Raffinerie-Kapazitäten bestehen. Dadurch dürfte der Preisunterschied zwischen Diesel und Benzin vorerst bestehen bleiben.
Welche Folgen haben hohe Dieselpreise für Unternehmen?
Für viele Betriebe steigen die Transport- und Produktionskosten. Können sie diese Mehrkosten nicht an ihre Kunden weitergeben, sinken die Gewinnmargen. Das kann Investitionen bremsen und die wirtschaftliche Lage einzelner Unternehmen verschlechtern. Wie stark die Belastung ausfällt, hängt von der Branche und den Verträgen ab.
Spüren auch Konsumenten und die Schweiz insgesamt die Auswirkungen?
Ja. Höhere Energiekosten schmälern die Kaufkraft der Haushalte, weil mehr Geld für Treibstoff und Heizen ausgegeben werden muss. Gleichzeitig können höhere Kosten zu steigenden Preisen für Waren und Dienstleistungen führen.
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