Dale (21) kommt mit gebrochenem Knöchel ins Spital – und stirbt

- Die 21-jährige Dale Alice Martin starb im Waterbury Hospital in Connecticut mutmasslich nach einer Behandlung mit Schmerzmitteln.
- Die Familie wirft dem Spital vor, ihr eine Überdosis verabreicht und sie 14 Stunden lang nicht ausreichend überwacht zu haben.
- Das Spital gehörte damals Prospect Medical Holdings, das im Januar 2025 Insolvenz angemeldet hatte.
Eigentlich sollte nur ihr gebrochener Knöchel behandelt werden. Doch für die 21-jährige Dale Alice Martin aus New York endete der Spitalaufenthalt tödlich. Ihre Familie wirft einem Spital im US-Bundesstaat Connecticut vor, der jungen Frau eine Überdosis Schmerzmittel verabreicht und sie anschliessend stundenlang nicht kontrolliert zu haben.
Wie NBC News berichtet, hat die Familie deshalb Klage gegen das Waterbury Hospital eingereicht. Der Vorfall ereignete sich bereits am 10. April 2025, als die Studentin nach einem Unfall bei der Arbeit auf einem Bauernhof ins Spital gebracht wurde.
«Sie konnte nicht einmal um Hilfe rufen»
Laut der Klageschrift erhielt die 21-Jährige mehrere starke Schmerzmittel. Die Kombination soll ihre Atmung zunehmend beeinträchtigt und sie gleichzeitig so stark betäubt haben, dass sie nicht mehr auf ihre Situation aufmerksam machen konnte. «Dale konnte nicht einmal um Hilfe rufen, während sie erstickte», heisst es in der Klage.
Innerhalb von 14 Stunden nach ihrer Einlieferung soll die junge Frau so viele Medikamente erhalten haben, dass sie aufhörte zu atmen. Während dieser Zeit sei sie nicht ausreichend überwacht worden, wirft die Familie dem Spital vor. Erst gegen 7 Uhr morgens habe eine Pflegefachperson nach ihr gesehen. Zu diesem Zeitpunkt habe ihr Herz bereits aufgehört zu schlagen. Laut der Klage ergab die Obduktion, dass die Studentin nach der Verabreichung mehrerer Schmerzmittel einen Herzstillstand erlitt.
Vater erfährt am Telefon vom Tod seiner Tochter
Für ihren Vater Lindsay Martin kam die Nachricht völlig unerwartet. «Ich legte den Hörer auf und stand unter Schock», erinnert er sich an den Anruf aus dem Spital. Seine Tochter hatte keine Wahl gehabt, in welches Spital sie gebracht wurde.
Nach ihrem Unfall sei sie ins nächstgelegene Spital eingeliefert worden. Erst nach ihrem Tod habe die Familie erfahren, dass sich das Waterbury Hospital in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten befand.
Spitalbetreiber war bereits pleite
Zum Zeitpunkt des Vorfalls gehörte das Spital dem kalifornischen Unternehmen Prospect Medical Holdings, das im Januar 2025 Insolvenz angemeldet hatte.
Der Vater berichtet von Vorwürfen, wonach Pflegekräfte teilweise selbst Lebensmittel für Patienten gekauft hätten und das Spital finanziell kaum noch handlungsfähig gewesen sei.
Familienanwalt Christopher Mattei vermutet, dass der damalige Betreiber Personal, Ausbildung und Infrastruktur stark reduziert habe, um Kosten zu sparen. Dadurch könnte die Sicherheit der Patienten gefährdet worden sein. Ob dies beim Tod der Studentin eine Rolle spielte, muss das Verfahren klären. Inzwischen wurde das Waterbury Hospital zusammen mit zwei weiteren Einrichtungen von Hartford HealthCare übernommen.
Klage soll Klarheit bringen
Der neue Betreiber wollte sich zum Fall nicht äussern, da sich der Todesfall vor der Übernahme ereignet hatte. Auch die früheren Verantwortlichen von Prospect Medical Holdings reagierten laut dem Bericht zunächst nicht auf Medienanfragen.
Die Vorwürfe gegen das Spital sind bislang nicht gerichtlich geklärt. Die Familie will mit ihrer Klage die Umstände des Todes aufarbeiten lassen.
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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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