Frau hing gefesselt in der Kälte – einer der Angeklagten ist 16

- Im deutschen Soest stehen vier Männer vor Gericht, weil sie eine obdachlose Frau monatelang gefangen gehalten, gefoltert und vergewaltigt haben sollen.
- Die 33-Jährige wurde im November 2025 gefesselt und halbbewusst auf einer Terrasse entdeckt – ein Nachbar alarmierte die Polizei.
- Zwei der Angeklagten sind erst 16 und 17 Jahre alt.
An den Händen gefesselt hing eine Frau bei eisigen Temperaturen an einem Holzbalken auf der Terrasse eines Hauses in der westdeutschen Stadt Soest, als sie im November 2025 von der Polizei entdeckt wurde.
Im Zuge der Ermittlungen kam ein erschütternder Verdacht auf: Die Frau soll zuvor monatelang gefoltert, misshandelt und vergewaltigt worden sein. Nun stehen vier mutmassliche Täter vor Gericht – der jüngste von ihnen ist erst 16 Jahre alt.
Notlage des Opfers ausgenutzt
Wie der deutsche Nachrichtensender N-tv berichtet, soll die damals 33-jährige obdachlose Frau den vier Männern im Juli 2025 begegnet sein. Die Gruppe soll die Notlage der Frau ausgenutzt und ihr eine Unterkunft sowie Essen angeboten haben. Sie nahm das Angebot an und folgte den Männern in ein Haus, das diese kurz zuvor bezogen hatten.
Dort soll für die 33-Jährige ein monatelanges Martyrium begonnen haben. Laut Anklage machten die Männer die Frau faktisch zu ihrer Gefangenen. Sie sollen sie immer wieder gequält, massiv erniedrigt und sexuell missbraucht haben.
Frau hing auf allen Zehenspitzen
Ans Licht kam der Fall, nachdem ein Nachbar die gefesselte Frau auf der Terrasse entdeckt hatte. Steven Kürschner, der Sohn des Mannes, schilderte N-tv damals die Szene: «Sie hing auf allen Zehenspitzen und war halb nackt.» Sein Vater habe lediglich ihre Arme und einen Teil ihres Kopfes sehen können.
Der Nachbar alarmierte daraufhin die Polizei. Die Einsatzkräfte befreiten die Frau, die zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bei Bewusstsein gewesen sein soll. Sie wurde in ein Spital gebracht und musste dort über Monate behandelt werden.
Körperverletzung, Vergewaltigung, Freiheitsberaubung
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Arnsberg in Nordrhein-Westfalen stammen die vier deutschen Beschuldigten aus Soest. Ihnen werden unter anderem gefährliche Körperverletzung, Vergewaltigung, Nötigung und Freiheitsberaubung vorgeworfen.
Zwei der Angeklagten sind erst 16 und 17 Jahre alt. Bei den beiden weiteren Beschuldigten handelt es sich um 25 und 29 Jahre alte Männer. Zu Beginn des Prozesses beantragten die Verteidiger der beiden Jugendlichen, die Öffentlichkeit von der Verhandlung auszuschliessen.
Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?
Hier findest du Hilfe:
Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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