Einigung vor Prozessbeginn – Tiktok zahlt US-Bundesstaat Alabama 100 Millionen US-Dollar

- Tiktok wird dem US-Bundesstaat Alabama mindestens 100 Millionen US-Dollar zahlen und für junge Nutzerinnen und Nutzer eine tägliche Nutzungsbeschränkung von zwei Stunden einführen.
- Der Betrag könnte bis zu 300 Millionen Dollar erreichen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, teilt der zuständige Generalstaatsanwalt Steve Marshall am Freitag mit.
- Damit wendet das Unternehmen eine erste Klage eines US-Bundesstaates ab.
- Gegen Tiktok wurden aus über einem Dutzend anderer Bundesstaaten Klage eingereicht.
Die Einigung beendet das Verfahren drei Tage vor dem geplanten Prozessbeginn in Montgomery, dem Hauptort des Bundesstaates Alabama.
Die grossen sozialen Netzwerke sehen sich in den USA mit einer Vielzahl von Rechtsstreitigkeiten konfrontiert, in denen Tausende von Familien und Schulbezirken sowie viele Bundesstaaten ihnen vorwerfen, die psychische Gesundheit von Jugendlichen zu beeinträchtigen.
Zugang für Jugendliche wird eingeschränkt
Tiktok muss insbesondere den Zugang für Jugendliche nach 15, 60 und 90 Minuten ununterbrochener Nutzung unterbrechen, den Zugang für Minderjährige zwischen Mitternacht und 6 Uhr einschränken, sowie Nachrichten und Benachrichtigungen nachts und während der Schulzeit begrenzen, heisst es in der Mitteilung des Generalstaatsanwalts.
Die Vereinbarung sieht ausserdem eine verstärkte Altersüberprüfung, ein Verbot von Schönheitsfiltern für Jugendliche, einen standardmässig nicht personalisierten Feed für sie sowie erweiterte elterliche Kontrollmöglichkeiten vor.
Meta hat im August eine Einigung abgeschlossen
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Meta, die Muttergesellschaft von Facebook und Instagram, hatte im August zugestimmt, bis zu 18 Milliarden Dollar zu zahlen, um die Klagen von 29 Bundesstaaten beizulegen.
Die Vereinbarung von Meta sieht jedoch zusätzliche Einschränkungen und die Zahlung eines Teils der Gelder nur dann vor, wenn Tiktok und weitere Social-Media-Plattformen sich in den Bundesstaaten an strengere Verpflichtungen halten.
Alabama hatte im April 2025 Klage gegen Tiktok und dessen chinesische Muttergesellschaft ByteDance eingereicht. Tiktok ging im Januar in den Besitz eines mehrheitlich amerikanischen Joint Ventures über, an dem die chinesische Muttergesellschaft ByteDance einen Anteil von knapp 20 Prozent hält.
Tiktok schloss im August zudem einen Vergleich in Höhe von 400 Millionen US-Dollar mit dem US-Justizministerium ab und beendete damit eine Klage aus dem Jahr 2024, in der dem Unternehmen ein Verstoss gegen die Bundesgesetze zum Datenschutz von Kindern vorgeworfen wurde.
SRF 4 News, 26. September 2026, 3 Uhr ; afp/reuters/ap; baec
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