Wo Griechenlands besondere Strände liegen

Wrack, Klippen, Schildkröten
Wo Griechenlands besondere Strände liegen
Die Insel Zakynthos liefert Griechenlandkulisse vom Feinsten, mit weissen Felsen und türkisfarbenem Wasser. On top gibts Schildkröten und eine Schmugglerbucht.
Publiziert: vor 23 Minuten
Filmreif gestrandet
Die Navagio-Bucht im Nordwesten gilt dank Schiffswrack und weissen Klippen als das Wahrzeichen der Insel. Eingeklemmt zwischen steilen Kalksteinfelsen liegen dort die Überreste der Panagiotis, die 1980 mit geschmuggelter Ware strandete: 1995 Kisten Zigaretten sowie zwei sizilianische Mafiosi sollen laut dem griechischen Staatssender ERT an Bord gewesen sein. Der Blick von oben, vom Aussichtspunkt an der Strasse zwischen Anafonitria und Volimes, ist grandios. Die weissen Kiesel, das milchig-türkisfarbene Wasser und das rostende Wrack zwischen den gewaltigen Kalksteinwänden machen Navagio zu einem der bekanntesten Fotomotive Griechenlands. Tipp: Wegen der Gefahr weiterer Felsstürze bleibt die Bucht 2026 gesperrt und kann nicht vom Wasser aus angesteuert werden. Wie es 2027 sein wird, ist noch offen.
Spa mit Schwefelduft
Bevor man Xigia Beach an der Nordostküste erreicht, kann man den Strand bereits erschnuppern: Aus Höhlen in den umliegenden Kalksteinfelsen tritt schwefelhaltiges Quellwasser aus und vermischt sich mit dem Ionischen Meer. Xigia wird darum als natürliches Open-air-Spa bezeichnet. Das liegt auch am hohen Kollagengehalt, der den Quellen zugeschrieben wird. Schwefelbäder gelten als wohltuend für Haut, Muskeln und Gelenke. Tipp: Am besten gleich am Morgen eintauchen, denn die Kieselbucht ist klein und füllt sich schnell. Ausserdem liegt das Wasser dann besonders ruhig und leuchtet zwischen den weissen Felsen intensiv türkisblau.
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Mehr Inspirationen, Tipps und spannende Geschichten zu Zakynthos oder einem der anderen über 100 Traumzielen finden Sie auf der Edelweiss Website.
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Klein, aber fein
Vor der Küste von Agios Sostis im Süden liegt Cameo Island. Die winzige, mit Pinien bewachsene Felseninsel war Teil der Hauptinsel, bis ein Erdbeben sie 1633 vom Festland abriss. Heute führt eine Holzfussgängerbrücke über das türkisfarbene Wasser, und die Insel ist längst ein beliebtes Fotomotiv. Cameo ist unbewohnt, in Privatbesitz und kann gegen Eintrittsgeld besucht werden. Auf der anderen Seite des Felsens versteckt sich eine kleine Badebucht mit Bar. Über dem Wasser, an einem zwischen den Felsen gespannten Seil befestigt, flattern im Sommer lange weisse Tücher im Wind, die zum Markenzeichen der Insel geworden sind. Auch Hochzeiten werden vor dieser Kulisse gefeiert. Tipp: Früh am Morgen kommen, denn Cameo ist wirklich winzig – und entsprechend schnell wird es auf der Brücke, den Felsen und am Badeplatz eng.
Der heimliche Inselbewohner
Neben Schildkröten lebt vor den felsigen Küsten von Zakynthos noch ein seltener Meeresbewohner: die Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus). Sie nutzt abgelegene Meereshöhlen und Felsbuchten als geschützte Ruheplätze; nachgewiesen wurde sie unter anderem an der schwer zugänglichen West- und Nordwestküste sowie im Süden der Insel. Die Tiere können bis zu knapp drei Meter lang und rund 300 Kilogramm schwer werden – trotzdem bekommt man sie nur selten zu Gesicht. Ursprünglich ruhten und gebaren Mönchsrobben ihre Jungen sogar an offenen Stränden. Doch die jahrhundertelange Verfolgung und die zunehmenden menschlichen Störungen drängten sie in abgeschiedene Höhlen. Tipp: Wer beim Bootsausflug eine Mönchsrobbe entdeckt, sollte unbedingt Abstand halten und sich im Stillen über einen der rarsten Anblicke freuen, die Zakynthos zu bieten hat.
Schildkröten-Schau
Im Golf von Laganas im Süden der Insel lebt die grösste Brutpopulation der Unechten Karettschildkröte im Mittelmeer. An sechs Niststränden von insgesamt 5,5 Kilometern Länge werden rund 1200 Nester pro Jahr gezählt. Von Mitte Mai bis Mitte August kommen die Weibchen nachts an Land, um Eier abzulegen. Ab Mitte Juli schlüpft der Nachwuchs. Mittendrin liegt Marathonisi, die unbewohnte «Schildkröteninsel», deren Silhouette an das Panzertier erinnert und deren Strand ebenfalls als Nistplatz dient. Seit 1999 schützt der Nationale Meerespark Zakynthos die Brutgebiete. Nester werden markiert, die Strände dürfen nachts nicht betreten werden, und für Boote gelten strenge Regeln: Sie sollen mindestens 15 Meter Abstand zu den Tieren halten und höchstens zehn Minuten bei ihnen bleiben.
Drinks mit Weitblick
Es gibt auf der Insel viele schöne Orte für einen Sundowner. Einer im Dörfchen Bochali auf dem Hügel über Zakynthos-Stadt sticht jedoch im wahrsten Sinne des Wortes heraus. Dort liegt die Bar Oro mit einer Terrasse, vor der sich Stadt, Hafen und Ionisches Meer wie ein Teppich ausbreiten. Besonders malerisch ist der Blick in der Dämmerung, wenn unten an der Küste nach und nach die Lichter angehen und sich im Wasser spiegeln. Seit 1972 wird hier aufgetischt, heute präsentiert sich «Oro» als moderne Cocktailbar mit mediterranem Restaurant. Die Betreiber servieren auch vortrefflichen Wein von der Insel. Tipp: rechtzeitig zum Sonnenuntergang kommen und einen Tisch am Rand der Terrasse reservieren. Nach Sonnenuntergang noch sitzen bleiben, denn wenn es ringsum dunkel ist, wirkt der Blick auf das Lichtermeer von Zakynthos-Stadt fast noch magischer.
Venezianisches Erbe
Die Hauptstadt war nach dem Erdbeben von 1953 fast vollständig zerstört, wurde aber im ionisch-venezianischen Stil wiederaufgebaut. Breite Arkaden, pastellfarbene Fassaden und die lange Hafenpromenade Strada Marina erinnern daran, dass Zakynthos fast drei Jahrhunderte unter venezianischer Herrschaft stand. Besonders stimmungsvoll ist der Markusplatz mit Cafés und Restaurants. Hier steht die 1518 gegründete und nach dem Erdbeben rekonstruierte Markuskirche, daneben erinnert das Solomos-Museum an bedeutende Zakynthier: Im Mausoleum ruhen die Dichter Dionysios Solomos und Andreas Kalvos. Am Markusplatz beginnt zudem die Alexandrou-Roma-Strasse, seit Jahrhunderten die wichtigste Einkaufsachse der Stadt.
Oho-Olivenbaum
Der älteste Olivenbaum von Zakynthos steht im malerischen Bergdorf Exo Chora (auch Exo Hora geschrieben) im ruhigen Westen der Insel. Er wird auf über 2000 Jahre geschätzt und gehört damit sogar zu den ältesten Olivenbäumen im gesamten Mittelmeerraum. Mit einem monumentalen Stammumfang von etwa 14 Metern ist das Naturdenkmal kaum zu übersehen. Typisch für so einen alten Baum ist der weitgehend hohle Kern, während sich der Hauptstamm über die Jahrhunderte in markante, knorrige Teilbäume aufgespalten hat. Trotz seines biblischen Alters steht der Baum voll im Saft und trägt bis heute jedes Jahr Oliven.
Zu Ehren des Schutzpatrons
Die prächtige Agios-Dionysios-Kirche an der Uferpromenade von Zakynthos-Stadt ist Dionysios geweiht, dem Schutzheiligen der Insel. Dessen Gebeine ruhen in einem kunstvoll gearbeiteten silbernen Reliquienschrein von 1829. Der heutige Bau wurde 1948 eingeweiht und überstand das verheerende Beben von 1953 nahezu unbeschadet – eine Seltenheit in der weitgehend zerstörten Hauptstadt. Der rund 40 Meter hohe Campanile erinnert an den Glockenturm von San Marco in Venedig und ist bei der Einfahrt in den Hafen weithin sichtbar. Am 24. August und am 17. Dezember wird Dionysios mit mehrtägigen Feierlichkeiten geehrt.
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