Auftakt zur Conference League – Lugano und Thun: Europa-Abenteuer mit verschiedenen Vorzeichen

Am Donnerstag startet der dritthöchste europäische Klub-Wettbewerb – mit 2 Schweizer Vertretern.
Nach der Champions League und der Europa League beginnt am Donnerstag auch die Conference League. Anders als bei den beiden höher klassierten Klub-Wettbewerben gibt es bei der Conference League nur 6 statt 8 Spieltage.
Am 1. Spieltag werden auch 2 Schweizer Klubs im Einsatz stehen. Lugano empfängt um 18:45 Uhr Roter Stern Belgrad (live auf SRF zwei), während Thun um 21:00 Uhr bei Twente Enschede in den Niederlanden gastiert. Die Tessiner und die Berner Oberländer nehmen das Conference-League-Abenteuer mit unterschiedlichen Gemütslagen in Angriff.
Lugano in beneidenswerter Form
Bei Lugano ist die Euphorie in dieser Saison scheinbar grenzenlos. Am Samstag spielten die «Bianconeri» in ihrer neuen Arena den FC Luzern mit 4:0 schonungslos an die Wand. Sie hätten gleich ein Zeichen setzen wollen nach der langen Länderspiel-Pause, meinte Renato Steffen nach dem Spiel. Der 34-jährige Captain ist nach seiner Muskelverletzung wieder zurück und Lugano mit ihm noch besser.
Mattia Croci-Tortis Team begeistert bislang mit einer herausragenden Saison. Hinten steht es kompakt, was die erst 7 Gegentore in 10 Spielen (Liga-Bestwert) unterstreichen. Vorne schiesst es Tore am Laufmeter – die 31 Treffer sind nach YB (33) der zweitbeste Wert.
Roter Sterns Hitzköpfe an der Seitenlinie
Es gibt nicht wenige, die nun sagen: Super-League-Leader schön und gut, jetzt muss Lugano diese Leistungen aber auch auf der europäischen Bühne zeigen. Gerade für das Schweizer Uefa-Ranking wäre das definitiv wichtig.
- Philipp Köhn (Monaco)
- Denis Zakaria (Monaco)
- Bruno Ogbus (Freiburg)
- Rouven Tarnutzer (Freiburg)
- Adrian Bajrami (Braga)
- Leart Kabashi (Heart of Midlothian)
Zum Auftakt geht es gegen den serbischen Doublesieger Roter Stern Belgrad. Der Erfolgscoach der letzten Saison, Inter-Legende Dejan Stankovic, ist allerdings nicht mehr da. Bei Roter Sterns Out in der Champions-League-Quali in dieser Saison brannten bei Stankovic die Sicherungen durch. Er kassierte Rot, spuckte in Richtung des Schiedsrichters, brachte die eigenen Fans gegen sich auf und verkündete noch in der Kabine seinen Rücktritt.
Stankovics Nachfolger, der spanische Ex-Internationale Albert Riera, gilt ebenfalls als Heisssporn. In der letzten Saison wurde der 44-Jährige mit vielen Nebengeräuschen bei Eintracht Frankfurt entlassen.
Thun klarer Aussenseiter
Von Lugano wird in der Conference League einiges erwartet. Beim Blick auf Thun wird man etwas skeptischer. Der Schweizer Meister steht nach 10 Super-League-Runden auf dem 9. Rang bei 4 Punkten Vorsprung auf den letzten Platz. Von den letzten 5 Liga-Spielen gingen 4 verloren. Auch der Restart nach der Nati-Pause missglückte am Samstag mit einem 2:4 beim FC Zürich.
Ob Gian-Luca Privitellis Team zu Gast bei Twente Enschede Selbstvertrauen tanken kann? Gegen den Vierten der letzten Eredivisie-Saison haben die Thuner fast nichts zu verlieren. Sie treten als klare Underdogs an. Der bekannteste und gleichzeitig gefährlichste Twente-Profi ist Sturmtank Wout Weghorst.
Wer beerbt Crystal Palace?
Der Final der Conference League soll im Juni 2027 im Besiktas-Park in Istanbul stattfinden. In der letzten Saison standen sich mit Gewinner Crystal Palace und Rayo Vallecano 2 Teams aus den Top-5-Ligen gegenüber. Gut möglich, dass es auch im nächsten Jahr so sein wird. Brighton, Monaco, Atalanta und Freiburg gelten als grosse Favoriten.
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