Klum-Bootsfahrt kommt vor Bundesgericht – Péclard hässig

- Die Swiss Nautic Union (SNU) zieht den Streit um eine Bootsfahrt für Heidi Klum und die Kaulitz-Zwillinge bis vor das Bundesgericht.
- SNU-Präsident Ulrich Oppelt wirft Gastronom Michel Péclard vor, mit der Überfahrt zu seinem Restaurant Fischer’s Fritz gewerbsmässig Personen befördert zu haben.
- Staatsanwaltschaft und Obergericht sahen keinen Regelverstoss – Oppelt akzeptierte beide Entscheide nicht.
Der Streit rund um Zürcher Gastro-König Michel Péclard, Heidi Klum und die Swiss Nautic Union geht in die nächste Runde: Erst im August entschied der Zürcher Gastronom den Prozess am Zürcher Obergericht für sich. Am Mittwoch verkündet Péclard nun aber, dass sein Kontrahent Ulrich Oppelt, Präsident des Verbands Swiss Nautic Union (SNU), das Urteil ans Bundesgericht weiterzieht.
Beim Rechtsstreit geht es um eine Schifffahrt zu Péclards Restaurant Fischer’s Fritz in Zürich Wollishofen. Model Heidi Klum und die Kaulitz-Zwillinge wurden anlässlich des 35. Geburtstags der Zwillinge von Péclard mit dem Boot zum Restaurant geschifft – sehr zum Missfallen von Oppelt.
SNU-Präsident kritisiert «gewerbsmässige Personenbeförderung»
Der Union-Präsident vertritt die Meinung, dass es sich bei der Überfahrt um eine gewerbsmässige Personenbeförderung gehandelt habe. Dass Péclard für die Bootsfahrt kein Geld einnahm, spielt für Oppelt keine Rolle. Für ihn der springende Punkt: Durch den Promi-Besuch erhielt Péclard Werbung für sein Restaurant, wodurch er sich einen wirtschaftlichen Profit verschaffte.
Auf Anfrage will der SNU-Präsident keine Stellung beziehen. Er verweist auf eine Medienmitteilung, die die SNU in Kürze versenden wolle.
«Jetzt werden wir komplett veroppelt»
Oppelts Entscheidung, den Fall bis vor das Bundesgericht zu ziehen, kann Michel Péclard nicht nachvollziehen. «Jetzt werden wir komplett veroppelt», schreibt der Gastronom in einem Beitrag, den er am Mittwoch auf Instagram hochlädt.
Péclard fragt sich, weshalb der deutsche SNU-Präsident derart viel Zeit und Energie in die Sache steckt. Zudem weist er darauf hin, dass der Staat wohl auf den Gerichtskosten sitzen bleibt. Seinen Beitrag schliesst der Gastronom mit den Worten: «Ich finde das ja in relevanten Fällen super und bin auch stolz auf unser Rechtssystem in unserem Land. Aber wir werden sehen, vielleicht ist der Fall in den Augen von Oppelts Nautic Union auch relevant.»
«Bireweich und lächerlich»
Gegenüber 20 Minuten bezeichnet Péclard den Rechtsstreit als «bireweich und lächerlich». «Wegen einer Überfahrt vom Bauschänzli zu uns ins Fischer’s Fritz einen derartigen Aufstand zu machen. Ausserdem kostet das den Steuerzahler Unmengen an Geld», kritisiert Péclard.
Oppelt sorge bereits seit Längerem für «Probleme und Unsicherheiten» am Zürichsee. «Er versteckt sich hinter seinen Paragraphen und versucht so, andere einzuschüchtern», so Péclard.
Dennoch ist der Gastronom zuversichtlich, dass der Präsident der SNU auch vor dem Bundesgericht scheitern wird. Péclard sagt: «Bis jetzt nahm keine der Instanzen die Vorwürfe an. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Oppelt damit am Bundesgericht Erfolg haben wird.»
Gewerbliche Transporte bedürfen strenger Vorschriften
Der Hintergrund: In der Schweiz müssen beim gewerblichen Transport von Passagieren strenge Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Unter anderem gilt es dabei, an den Brandschutz, die Reling oder die Versicherung zu denken. Neben Péclard wirft Oppelt mehreren Anbietern auf dem Zürichsee vor, diese Regeln zu umgehen und sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
Aktiviere jetzt den Zürich-Push!
Mit dem Zürich-Push von 20 Minuten bekommst du die aktuellsten News aus der Region Zürich, Aargau und Schaffhausen blitzschnell auf dein Handy geliefert.
So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten auf «Profil», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Wähle hier die gewünschten Themen aus. Voilà!
Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
