Bekommen wir bald Hunderte neue Bauern-Campingplätze?

SVP-Waldfluh will weniger Wildcampen
Bekommen wir bald Hunderte neue Bauern-Campingplätze?
SVP-Nationalrat Ernst Waldfluh will, dass Bauern einfacher ihren Platz für Camper zur Verfügung stellen können. So soll es weniger Wildcampen geben.
Publiziert: vor 19 Minuten
Tobias BruggmannRedaktor Politik
Wildcampen sorgt immer wieder für Ärger. Das weiss auch SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh (49). Im Sommer sorgte er mit einem Video für Aufsehen. Der Landwirt zeigt darin Abfall, den er auf der Alp Ueschenen oberhalb von Kandersteg BE eingesammelt hat.
Wandfluh präsentiert Getränkeflaschen, Aludosen und andere Hinterlassenschaften, die nach einer Übernachtung im Freien zurückgeblieben seien. Zwar sagt Wandfluh, dass sich die grosse Mehrheit korrekt verhalte. Wer jedoch den Abfall liegen lasse, halse den Bauern mehr Arbeit auf. «Diese Camper versiechen den Ruf aller anderen.»
Jetzt wird Wandfluh auch im Parlament aktiv. Er will einerseits weniger Wildcamper, aber auch den Bauern helfen. Diese und Bergbahnen auf ihren Flächen mit möglichst geringen bürokratischen Aufwand Stellplätze für Wohnmobile anbieten können. Dies für maximal drei Übernachtungen am Stück und nur, wenn es keine zusätzlichen Bauten braucht und die Wohnmobile über eine eigene Toilette verfügt.
Aufwendige Bewilligungsverfahren
«Heute sind solche Angebote auf Landwirtschaftsbetrieben mit aufwendigen Bewilligungs- und raumplanungsrechtlichen Verfahren verbunden», schreibt Wandfluh in seiner Begründung. «Für viele Bauernbetriebe ist der Aufwand deshalb unverhältnismässig und sie haben dazu keine Chance auf eine Bewilligung.» Dadurch gebe es zu wenig legale Angebote, «während gleichzeitig das ungeordnete Übernachten auf Parkplätzen, an Waldrändern oder in der freien Natur zum Problem werden kann.»
Den Vorstoss hat zumindest im Nationalrat gute Chancen. Neben Wandfluh haben auch Politikerinnen und Politiker der Grünen, SP, Mitte, GLP und FDP unterschrieben.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.