Legende erreicht Meilenstein – Keiner steht so für GC wie er: Abrashi vor seinem 300. Spiel

Liebesbekundungen von Spielern an ihren Klub sind im aktuellen Fussballbusiness oft mit Vorsicht zu geniessen. Zu schnelllebig ist das Geschäft, zu häufig folgt kurz nach einem Treuebekenntnis ein Wechsel. Doch wenn Amir Abrashi über GC sagt: «Ich liebe diesen Klub» – dann weiss man, dass das stimmt.
20-jährig gab Abrashi 2010 sein Debüt für die Grasshoppers. Seither streifte er sich das blau-weisse Trikot noch 298 weitere Male über. Wobei sich der ehemalige albanische Nationalspieler wohl auch das eine oder andere Mal während einer Partie umziehen musste. Gras- oder Dreckflecken, Spuren von Grätschen oder Blutflecken gehören bei Abrashi nämlich zur Tagesordnung.
Mehr Karten als Tore
Am Samstagnachmittag im Cup in Grenchen könnte für den 36-Jährigen das 300. Pflichtspiel für GC anstehen. 13 Tore und 22 Assists, aber vor allem 71 gelbe Karten und 6 Platzverweise hat er in seiner bisherigen Karriere für den Rekordmeister gesammelt. Die Statistiken zeigen, wo seine Stärken liegen. Kampf, Einsatz und Leidenschaft sind Eigenschaften, die man bei Abrashi nicht suchen muss.
Verfolgen Sie den Cup-Sechzehntelfinal zwischen Grenchen (2. Liga inter) und GC am Samstag ab 16:50 Uhr in der Sport App mittels Livestream (Kommentator Sascha Ruefer).
In der Liste der Spieler mit den meisten Einsätzen für die Grasshoppers liegt Abrashi auf Rang 16. Bald wird er die Top 15 knacken. Er hätte in der Rangliste auch weiter vorne klassiert sein können, doch in den vergangenen Jahren fehlte er immer wieder verletzt. Bis kurz vor Saisonstart war auch unklar, ob er überhaupt noch weiterspielt.
Abrashi entschied sich dafür und bewies mit starken Leistungen, dass es die richtige Entscheidung war. Der Captain führt sein Team auf dem Platz wie gewohnt an und netzte in dieser Super-League-Saison sogar schon zweimal ein.
Bundesliga, Basel, GC
Abrashi hatte GC 2015 mit einem Cupsieg im Gepäck verlassen und wechselte zum SC Freiburg. Nach fünf Jahren im Breisgau erfolgte ein kurzes, leihweises Intermezzo beim FC Basel. Nach dem halben Jahr am Rheinknie ging es zurück zu den Grasshoppers. Der Abstecher zum Rivalen? Von den Fans schnell verziehen. Denn es war eigentlich immer klar, dass Abrashi nur zu GC gehört.
Seit seiner Rückkehr ist er Captain des Teams. Die Jahre waren schwierig. Wechselnde Besitzer, wechselnde Trainer, wechselnde Spieler. Die fast einzige Konstante hiess stets Amir Abrashi. Drei Mal musste er mit seinem «Herzensklub» in die Barrage, dreimal wurde der Abstieg verhindert. Auch in dieser Saison sieht es sportlich nicht gut aus. Doch das ändert nichts daran, dass Abrashi auch künftig wieder bekräftigen wird: «Ich liebe diesen Klub.»
SRF zwei, «Super League – Highlights», 11.10.2026, 19:00 Uhr ; sam
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