Ekstase, Schläfrigkeit – Warum werden Katzen high von Katzenminze?

Ekstase, Gleichgewichtsverlust, Schläfrigkeit: Das sind einige der Symptome, die Katzen befallen, nachdem sie mit Katzenminze in Kontakt kommen. Doch wie kann eine einfache Pflanze Katzen derart high machen?
Um diese Fragen zu beantworten, muss man die Katzenminze etwas genauer anschauen. Die sogenannte «echte» Katzenminze (Nepeta cataria) ist eine mehrjährige Kräuterpflanze, die ihren Namen ihrer besonderen Wirkung auf Katzen verdankt.
Wenn die Katzenminze von unerwünschten Insekten befallen wird, produziert sie den Duftstoff Nepetalacton, der ihr als Abwehrmittel gegen Mücken und andere schädliche Insekten dient.
Beim Einatmen des Duftstoffs wird bei Katzen eine euphorische Reaktion ausgelöst, indem die Produktion von Endorphinen stimuliert wird. Dieses Hormon sorgt auch beim Menschen für ein Gefühl der Freude.
So kann das «Katzen-High» aussehen:
Im Gegensatz zu menschlichen psychoaktiven Substanzen sind die Wirkstoffe der Katzenminze ausschliesslich über den Geruchssinn aufnehmbar. Werden sie eingenommen, erzeugen sie nicht die gleiche Reaktion. Die Wirkung dauert von wenigen Sekunden bis zu 15 Minuten, hört spontan auf und löst weder Entzugserscheinungen noch Abhängigkeit aus.
Selbstmedikation anstatt Freizeitdroge
Die Vorstellung, dass Katzenminze einfach «Freizeitdrogen» für Katzen sind, ist eine falsche Annahme.
Aus evolutionärer Sicht ist das Wälzen auf diesen Pflanzen kein zügelloser Zeitvertreib, sondern eine Form der Selbstmedikation, die als Self-anointing (Selbstsalbung) bekannt ist. Indem sich die Katze kräftig an Blättern und Zweigen reibt, überträgt sie einen wirksamen chemischen Schutzschild auf ihr Fell, der Mücken und andere blutsaugende Parasiten abwehrt.
Im Fall der Katzenminze schützt der Duftstoff auf dem Fell die Tiere vor Mücken und bestimmten Parasiten. Diese Reaktion tritt zwar nicht bei allen Katzen auf, wurde jedoch auch bei anderen Katzenarten wie Tigern, Löwen und Leoparden sowie bei zahlreichen weiteren Arten beobachtet.
Auch für Katzen, die keinen Freigang haben und sich nicht unbedingt vor Plagegeistern wie Mücken schützen müssen, kann das Anbieten von Katzenminze eine wertvolle Bereicherung sein, sagt die Tierärztin Martina Casella gegenüber dem Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz (RSI).
«Der natürliche Geruchsreiz kann die Endorphinausschüttung anregen, ohne die Gesundheit der Tiere zu gefährden, und das Wohnzimmer in eine Art kleines sensorisches Fitnessstudio verwandeln. Werden Katzenminze oder ähnliche Pflanzen beispielsweise in Spielzeug wie Kissen oder Stoffmäuse integriert, können dadurch ursprüngliche Instinkte wie der Jagdtrieb angeregt werden. Das sorgt für mehr Abwechslung im Alltag der Katze und kann ihr Wohlbefinden sowie positives Verhalten fördern», rät die Tierärztin.
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