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Tuesday, October 20, 2026

«Ronaldo wollte morgens um 3 noch ins Fitness – nach einem Spiel»

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Weltmeister Blaise Matuidi spricht Interview mit 20 Minuten über sein Verhältnis zu Zlatan brahimović und Cristiano Ronaldo.Fabrizio Bonazza

Darum gehts

  • Frankreichs Weltmeister Blaise Matuidi spricht im 20-Minuten-Interview über seine Karriere und seine grössten Mitspieler.
  • Er verrät, dass Cristiano Ronaldo nach einem Spiel um 3 Uhr morgens noch ins Fitnessstudio wollte – zum Trainieren.
  • Am meisten beeindruckt hat Matuidi aber Zlatan Ibrahimović, der ihm das Gewinner-Mindset ab Montag beibrachte.

Blaise Matuidi, 2018 wurden Sie Weltmeister mit Frankreich. Wie hat dieser Titel Ihr Leben verändert?

Blaise Matuidi: Davon habe ich schon als Kind geträumt. Der Titel hat alles verändert. Ich erinnere mich an einen Satz, den Trainer Deschamps damals zu uns gesagt hat: «Euer Leben wird nie wieder dasselbe sein.» Und er hatte recht. Mein Leben ist seither tatsächlich ein anderes. Egal, wo ich hinkomme – in China, Japan, Dubai oder den USA –, die Menschen kennen meinen Namen und sprechen mich auf diesen Erfolg an. Das empfinde ich als grosses Glück.

Sie haben in Ihrer Karriere mit vielen grossartigen Spielern zusammengespielt – darunter etwa Cristiano Ronaldo, Neymar oder Zlatan Ibrahimović. Wer beeindruckte Sie am meisten?

Ich hatte das Glück, mit vielen herausragenden Spielern zu spielen. Am meisten beeindruckt hat mich Ibra. Er hat mir gezeigt, was es bedeutet, ein Gewinner zu sein – und zwar nicht erst am tatsächlichen Spieltag, sondern schon zu Beginn der Trainingswoche. Als ich jünger war, spielten wir meistens am Samstag. Am Sonntag erholte man sich, und am Montag begann bereits wieder das Training. Natürlich wollte man die Zeit auch mit Freunden geniessen, und manchmal ging ich am Wochenende aus. Wenn ich am Montag ins Training kam, wollte ich es zunächst etwas ruhiger angehen lassen. Ibra erinnerte mich dann daran, dass man schon am Montag mit der richtigen Einstellung in die Woche starten muss. Sonst hätte er mir ordentlich den Kopf gewaschen.

Was hat Sie an Ronaldo am meisten beeindruckt? Stimmt es, dass er immer als Erster im Training ist und als Letzter geht?

Ja, das stimmt. Ich erinnere mich an einen Abend, an dem wir von einem Spiel zurückkamen. Es war drei Uhr morgens, wir waren alle müde und wollten nur noch nach Hause. Da sagte er: «Komm, lass uns ins Fitnessstudio gehen. Ich muss noch etwas arbeiten. Das ist gut für die Regeneration – selbst um drei Uhr morgens.» Ich antwortete: «Du bist verrückt. Du kannst das doch nicht allein machen.» Aber genau das war Cristiano. Es war unglaublich. Und genau deshalb spielt er wahrscheinlich auch heute noch auf diesem Niveau. Es gibt nur einen Cristiano Ronaldo.

The Long Game by Novotel

Auch Sie können auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken und sind nun als Repräsentant für Longevity bei Novotel im Einsatz. Was war Ihr Geheimnis für solch eine Langlebigkeit?

Ich habe kein Geheimnis. Natürlich habe ich versucht, mich gut und gesund zu ernähren. Auch wenn es zwischendurch mal Ausnahmen gab. Dann versuchte ich, früh und lang zu schlafen. Mit 24–25 Jahren habe ich mir mehr Gedanken über Regeneration gemacht, als ich jünger war.

Cristiano Ronaldo und Blaise Matuidi spielten zusammen bei Juventus Turin.

Cristiano Ronaldo und Blaise Matuidi spielten zusammen bei Juventus Turin.imago images / Insidefoto

Sie haben in Ihrer Karriere viel gewonnen. Trotzdem hatten Sie in Ihrer Karriere oft Mitspieler, die noch mehr im Fokus standen. Haben Sie das Gefühl, zu wenig Wertschätzung erhalten zu haben?

Nein, überhaupt nicht. Wenn ich in Frankreich unterwegs bin, erinnern mich die Leute immer wieder daran, was ich erreicht habe. Darauf bin ich stolz, denn es zeigt mir, dass meine Arbeit etwas bedeutet hat. Ich hatte nie das Bedürfnis, der Beste oder der bekannteste Spieler zu sein. Ich wollte immer für die Mannschaft spielen, für sie arbeiten und meinen Teil dazu beitragen, dass sie erfolgreich ist.

Worin liegt für dich das Geheimnis für lange Fitness auf Topniveau?

Sie haben für PSG und auch für Inter Miami gespielt, aber nie mit Lionel Messi zusammengespielt. Bedauern Sie das?

Nein. Dafür habe ich oft gegen ihn gespielt. Ich war immer ein Wettkämpfer. Gegen die besten Spieler der Welt anzutreten, hat mich gereizt – und diese Möglichkeit hatte ich. Das war für mich etwas Besonderes.

Wie fest haben Sie die Schweizer Nationalmannschaft verfolgt? Welche Schweizer Spieler beeindrucken Sie?

Die Schweiz hat ein starkes Team und grossartige Spieler. Wie zum Beispiel Xhaka, Embolo oder auch Rodriguez. Ich denke, sie kann sich weiter verbessern, und ich hoffe, dass sie eines Tages den Final bei einem grossen Turnier erreicht.

Florian Gnägi

Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.

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