Gelingt unbekanntem Schweizer Juwel der Durchburch?

Bundesligist war an ihm dran
Gelingt unbekanntem Schweizer Juwel der Durchburch?
Die U21 muss sich gegen Frankreich defensiv schleunigst bessern. Dabei zählt sie auf die Qualitäten von Captain Roggerio Nyakossi. Doch wer ist der 1,94 Meter grosse Innenverteidiger, der seit 2022 im Ausland spielt? Blick stellt ihn vor.
Publiziert: 10:55 Uhr
Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball
Gleich mit fünf Gegentoren liess sich die U21-Nati in Island abwatschen. Zwar hat sie die EM-Qualifikation immer noch in den eigenen Händen. Allerdings müssen sie dafür auswärts gegen Frankreich punkten oder hoffen, dass Island gegen Färöer verliert oder Unentschieden spielt. So oder so: vor allem defensiv muss im Vergleich zum Island-Spiel eine krasse Steigerung her.
Dabei zählt die U21 auf die Qualitäten von Captain Roggerio Nyakossi (22). Doch wer ist der 1,94 Meter grosse Turm in der Innenverteidigung? «Für die breite Öffentlichkeit bin ich sicher noch etwas verborgen. Das ist normal. Wenn die Leute dich nicht sehen, können sie auch nicht wirklich wissen, wer du bist.»
Blick stellt den Genfer vor, der seit 2022 im Ausland spielt (seit 2025 bei OH Leuven in Belgien), über drei Staatsbürgerschaften (Schweiz, Togo und Ghana) verfügt und bei mehreren Klubs aus Top-5-Ligen auf dem Radar steht. So war im letzten Transferfenster gemäss Blick-Informationen Augsburg an ihm dran.
Ein geborener Leader
Wer mit Nyakossi spricht, merkt schnell: Hier steht ein aufgeweckter, zuvorkommender Typ, der gerne Verantwortung übernimmt. «Ich will einer sein, auf den man sich verlassen kann – auf dem Platz, aber auch daneben», beschreibt er sich selbst. In der U21 trägt er die Captainbinde, wie er es auch schon auf anderen Altersstufen getan hat. «Die Binde in der Nationalmannschaft zu tragen, ist eine riesige Ehre für mich und meine Familie.»
Vom Mittelfeld in die Abwehr
«Heute sehe ich mich klar als Innenverteidiger», erklärt Nyakossi. Sein Profidebüt gab er 2021 allerdings im Mittelfeld bei Servette unter Alain Geiger. Entsprechend zählt er auch Qualitäten zu seinen Stärken, die zu dieser Position passen. «Ich habe eine gute Spieleröffnung und kann mich auch mit vielen Pässen zwischen die Linien und Diagonalbällen auszeichnen.»
Tatsächlich gehört er in der belgischen Jupiler League zu den Innenverteidigern mit der besten Passqualität. Auch bei den gewonnenen Zweikämpfen zählt er zu den Top 10. Seine Schwäche? «Die Explosivität auf den ersten Metern. Und auch im taktischen Bereich muss ich mich weiterentwickeln.»
Vom Ausland angezogen
«Ich glaube nicht, dass es den einen richtigen Weg gibt», sagt Nyakossi. Er selbst entschied sich im Sommer 2022 für den Schritt ins Ausland und wechselte von Servette in die Akademie von Olympique Marseille. Zweieinhalb Jahre blieb er dort und schnupperte Profiluft. «Ich sass häufig auf der Bank, kam aber nicht wirklich zu Spielzeit. Deshalb wollte ich den nächsten Schritt machen, um regelmässig zu spielen. In Leuven kriegte ich diese Möglichkeit.»
Seit Januar 2025 steht Nyakossi beim belgischen Klub unter Vertrag. Mittlerweile gehört er zum Stammpersonal und ist mit einem Marktwert von fünf Millionen Euro der wertvollste Spieler des Klubs.
Wie Blick erfahren hat, hätte Nyakossi noch früher ins Ausland wechseln können. Atalanta wollte ihn verpflichten, als er 15-jährig war. Nyakossi bestätigt: «Ich habe sogar die Trainingsanlagen besichtigt. Damals war ich aber noch sehr jung und habe mit meiner Familie entschieden, vorerst bei Servette zu bleiben.»
Genfer Clique in der A-Nati bald noch grösser?
Wie Zachary Athekame, Winsley Boteli, Johan Manzambi und Zeki Amdouni ist auch Nyakossi in Genf geboren. Die ersten drei kennt er sogar aus vergangenen Junioren-Zeiten bei Servette. Umso spezieller wäre es, wenn sich die vier in der A-Nati wiedervereinen würden. «Es wäre definitiv etwas Unglaubliches. Ich weiss nicht, ob es schon einmal so viele Spieler aus einer Generation gab, die gemeinsam diesen Weg gegangen sind.»
Besonders speziell ist seine Beziehung zu Manzambi. «Wir sind fast wie Brüder. Wir sind gemeinsam aufgewachsen und haben schon seit wir klein sind zusammen gespielt.» Ob sie bald in der A-Nati zusammen spielen werden?
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