Grosse Unterschiede: So viel Kalb steckt in deiner Kalbsbratwurst

- Der Kalbfleischanteil in Kalbsbratwürsten variiert je nach Hersteller zwischen 29 und 62 Prozent.
- Das zeigt ein Vergleich des Konsumentenschutzes, der die Deklaration auf den Verpackungen kritisiert.
- In elf der 14 untersuchten Kalbswürste steckt zusätzlich Schweinefleisch.
Wer Kalbsbratwurst kauft, bekommt oft nur einen kleinen Anteil an Kalbfleisch drin. Je nach Hersteller reicht der Anteil von 29 bis 62 Prozent, wie ein Vergleich des Konsumentenschutzes zeigt. Die Unterschiede sind auf der Verpackungsrückseite nur kleingedruckt erkennbar. Ausserdem steckt in elf der 14 untersuchten Kalbswürste zusätzlich Schweinefleisch.
Der Wurstvergleich zeigt ausserdem: Wer mehr bezahlt, bekommt nicht automatisch mehr Fleisch. So müssen Konsumentinnen und Konsumenten für die Naturaplan Kalbscipollata mit dem teuren Bio-Kalbfleisch am tiefsten in die Tasche greifen. Die Würstchen enthalten aber nur 36 Prozent Bio-Kalbfleisch. Den höchsten Kalbfleisch-Anteil bekommen Käuferinnen und Käufer bei der Migros. An zweiter Stelle folgt eine Wurst von Coop (siehe Tabelle).
Einen Einfluss auf den Preis haben neben der Fleischherkunft und den Labels auch die Packungsgrösse. Kleine Packungen pro 100 Gramm sind gemäss dem Konsumentenschutz oft deutlich teurer. Auch die Vermarktung durch ein bekanntes Unternehmen kann ein Kostentreiber sein.
Worauf schaust du beim Wurstkauf am ehesten?
Immerhin: Die Herkunft des Fleisches liess sich gemäss den Testern bei den untersuchten Kalbswürsten problemlos finden. Auch bei untersuchten Fischstäbchen und Chicken-Nuggets war die Herkunft deklariert. Bei Bolognese-Saucen werde es aber schwieriger und bei Pizzen und Tortellini würden Konsumentinnen und Konsumenten diese Information meist vergebens suchen.
Der Konsumentenschutz kritisiert auch, dass Fleischanteile in der Zutatenliste oft so angegeben seien, dass sie grösser erscheinen, als sie tatsächlich sind. So fand der Konsumentenschutz etwa bei einer Packung Tortellini «Prosciutto Crudo» die Angabe: «Füllung 35% … Rohschinken 13 %». Der Rohschinken macht allerdings nur 13 Prozent der Füllung aus, also gerade einmal 4.55 Prozent des gesamten Produkts.
«Die Zutaten sollen klar verständlich aufgelistet sein, damit Konsumentinnen und Konsumenten problemlos erkennen, wie viel Fleisch tatsächlich im Produkt steckt», fordert Sara Stalder. Der Fleischanteil solle nicht unverständlich, versteckt oder verschachtelt angegeben werden.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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