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Saturday, November 7, 2026

5 Dinge, die uns an der Auto Zürich überrascht haben

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Autoshow der Rekorde geht Sonntagabend zu Ende

5 Dinge, die uns an der Auto Zürich überrascht haben

Wenn am Sonntagabend in den Oerliker Messehallen die Lichter ausgehen, können die Veranstalter auf eine Autoshow der Rekorde zurückblicken: Mehr Aussteller, mehr Neuheiten, mehr Spektakel gabs noch nie! Wir nennen 5 Dinge, die uns am meisten überrascht haben.

Publiziert: vor 17 Minuten

  • Die Auto Zürich 2026 verzeichnet so viele Aussteller, Neuheiten und Programmpunkte wie noch nie
  • Albert Rösti eröffnete die Auto Zürich am Mittwoch und war der erste Bundesrat an der Messe seit 22 Jahren
  • Von kleinen Citystromern bis millionenteuren Superboliden bietet die Auto Zürich ein enorm breites Spektrum
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Andreas EngelRedaktor Auto & Mobilität

Wie viel Herzblut die Verantwortlichen in die Auto Zürich stecken, zeigt exemplarisch die Aussage von Geschäftsführerin Ines Nägeli (59): «Wenn am Sonntag alles vorbei ist, habe ich Tränen in den Augen.» Nach Monaten der Vorbereitung, intensiven Wochen vor der Autoshow und fünf Tagen Messerummel fällt die Spannung plötzlich ab – und die Emotionen übernehmen.

Doch Nägeli und ihre Sparringpartner Karl Bieri (76) und Mark Nikolaus Backé (57) können Sonntagabend mehr als zufrieden auf die 39. Ausgabe der Auto Zürich zurückblicken. Nie waren mehr Aussteller in den Hallen präsent, nie wurden mehr Neuheiten gezeigt, nie war das Rahmenprogramm vielfältiger als an der diesjährigen Rekordshow. Fünf Dinge haben uns 2026 besonders überrascht.

Pröschtli mit Rösti

Hoher Besuch in der Blick-Lounge in Halle 6: Als erster Bundesrat seit 22 Jahren reiste Mittwochabend Albert Rösti (59) zur offiziellen Voreröffnung nach Zürich und läutete mit Moderator Rainer Maria Salzgeber (57) bei einem Glas Rotwein (wie einst Christoph Blocher) die mittlerweile grösste Automesse der Schweiz ein. Wer denkt, dass es ein Heimspiel für den ehemaligen Auto-Schweiz-Präsidenten werden sollte, der irrt: Nach dem harmonischen Start übernimmt Blick-Chef Rolf Cavalli (57) auf der Bühne das Steuer und konfrontiert Rösti aus gegebenem Anlass mit den laufend steigenden Staustunden auf Schweizer Strassen: Der Verkehrsminister traf wegen Stau am Gubrist erst mit 20-minütiger Verspätung in Oerlikon ein. «Wir haben taktische Fehler bei der verlorenen Abstimmung zum Autobahnausbau gemacht», gibt Rösti zu. «Aber wir sind am Ausarbeiten neuer Vorlagen und möchten die voraussichtlich 2028 zur Abstimmung bringen. Geplant ist ein sinnvoller Ausbau.»

Auf die Kritik des heutigen Auto-Schweiz-Präsidenten Peter Grünenfelder (59), der Bundesrat würde die Schweizer Autobranche konsequent benachteiligen, reagiert Rösti gelassen: «Als Bundesrat muss man unabhängig politisieren. Wenn beide Seiten reklamieren, mache ich meinen Job nicht so schlecht.» Und der Berner betont: «Mit der soeben beschlossenen Harmonisierung des CO₂-Gesetzes mit der EU und der Flexibilisierung kommen wir der Autobranche jetzt einen Schritt entgegen.»

Elektro boomt

«Elektro fahren ist wie in eine Sekte eintreten», sagt Ski-Legende Bernhard Russi (78) an der VIP-Party am Mittwoch. Was provokant klingt, ist es gar nicht: «Zuerst muss man einige Dinge neu lernen. Dann verändert sich die Fahrkultur, wird entspannter, strukturierter – und in den Ladepausen gönne ich mir Zeit für einen Kaffee und eine Zeitung.» Der jahrzehntelange Subaru-Markenbotschafter ist längst auf ein E-Auto umgestiegen – und damit ist er bei weitem nicht alleine: Im Oktober fuhren 34,8 Prozent der neu zugelassenen Autos in der Schweiz rein elektrisch. Zusammen mit den Plug-in-Hybriden erreichten die Steckerfahrzeuge damit einen Marktanteil von 46,4 Prozent. Der Elektro-Boom, gepusht von hohen Spritpreisen und immer mehr günstigen Chinastromern, ist auch in den Zürcher Messehallen angekommen: Kaum ein Aussteller, der keine Elektro-Neuheit am Stand präsentiert.

Und die Bandbreite ist inzwischen genauso gewaltig, wie es seit eh und je bei Verbrennern der Fall ist. Das zeigen zwei der Messehighlights: Auf der einen Seite die 2,75 Meter kurze Neuauflage des Smart Fortwo, die als 82 PS (60 kW) starker #2 ab Anfang 2027 bereits ab 18'300 Franken zu den Schweizer Händlern stromert. Auf der anderen Seite BYDs Edelmarke Denza mit dem elektrischen Supersportwagen Z, der mit über 1600 PS in knapp zwei Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und ab 149'900 Franken startet.

China immer stärker und luxuriöser

Weiterer Effekt der boomenden E-Mobilität: Waren 2023 nur fünf chinesische Hersteller in Zürich präsent, sind es dieses Jahr bereits 18. Dass die Chinesen nicht nur billig, sondern auch edel und sportlich können, beweist eindrücklich XPeng mit dem 5,12 Meter langen G9L, der mit bis zu sechs Sitzplätzen und Fond-Bildschirm unterm Dachhimmel First-Class-Feeling versprüht. Oder auch Zeekr mit dem chic gestylten Kombi 7GT, der mit «erfreulich unvernünftigen» 646 PS (so Markenchef Linus Baumgartner) GT-Fahrgefühl mit Alltagsnutzen verbindet. Ein ähnliches Konzept bietet auch die Schwestermarke Lynk & Co, die wie Zeekr, Polestar, Volvo und Smart zum Geely-Konzern gehört. Der 530 PS starke Plug-in-Hybrid-Shooting-Brake 07 GT soll weit mehr als 1000 Kilometer Reichweite schaffen – bis zu 200 davon rein elektrisch. Lotus, eine weitere Geely-Marke, setzt mit dem Eletre X sogar noch einen drauf: Der 5,10 Meter lange Superhybrid-SUV holt mit seiner Antriebskombination aus Turbo-Vierzylinder plus zwei E-Motoren in der Topversion sagenhafte 952 PS heraus und schafft gar eine Reichweite von mehr als 1200 Kilometern – rund 300 davon abgasfrei.

Ein Hauch Las Vegas in Oerlikon

An der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas (USA) zeigen Techkonzerne und Autobauer jeweils Anfang des Jahres die neuesten Entwicklungen, Gadgets und Zukunftstrends. Und auch in Oerlikon kann aktuell allerhand Hightech bestaunt werden: Audi und Cadillac haben ihre F1-Boliden R26 und MAC-26 an der Messe ausgestellt, Opel als Schweizer Premiere den Formel-E-Renner GSE 27 FE, der ab kommender Saison mit bis zu 816 PS und Allrad auf Punktejagd geht. Tesla zeigt zwar weder den kürzlich pompös enthüllten, fliegenden Roadster, noch den Roboter Optimus, in dem Tesla-Boss Elon Musk das nächste grosse Geschäftsfeld sieht. Dafür ist am Stand des US-Elektro-Pioniers das selbstfahrende Robotaxi Cybercab ausgestellt, das ursprünglich noch dieses Jahr in Produktion hätte gehen sollen. Einen richtigen Roboter hat die chinesische Billigmarke JAC dabei, der auf der Media Stage am Mittwoch die An- und Abmoderation übernahm und Besucher laufend und sprechend am Stand begrüsst. Bei XPeng wiederum gehts sogar in die Luft: Die chinesische Marke zeigt ihre fast serienreife Flugdrohne X2, mit der schon bald selbst der Stau am Gubrist nicht mehr zum Hindernis wird.

Old but Gold

So faszinierend der Blick in die zunehmend lautlose Zukunft auch ist: Für viele Fans gehören Lärm und Abgasgeruch an einer Messe wie der Auto Zürich einfach dazu. Im Classic-Bereich in Halle 6 dürften sie sich deshalb wie im siebten Autohimmel fühlen: Hier Ferraris millionenteurer Bubentraum F40, dort BMWs 1970er-Jahre «Batmobil» 3.0 CSL oder der legendäre Supersportwagen M1. Automobile Perlen wie Ford GT, Cisitalia 202 Gran Sport oder Porsche 911 Carrera 2.7 treffen auf moderne Hypersportwagen wie Aston Martin Vulcan, Koenigsegg Agera R oder Mercedes-AMG GT 4-Türer. Im Rahmen der Auto Zürich versteigerte das britische Auktionshaus Broad Arrow am Samstag zudem über 80 exklusive Oldtimer und Supersportwagen im Zürcher Luxushotel Dolder Grand, als Highlight einen Ferrari LaFerrari, der vorgängig auf bis zu 7,5 Millionen Franken geschätzt wurde. Ein Wochenende im Jahr ist auch das rot-grüne Zürich vom Autofieber infiziert.

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