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Sunday, October 11, 2026

In Zürich gabs den Schwing-Bschiss des Jahres

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Übrigens – die SonntagsBlick-Kolumne

In Zürich gabs den Schwing-Bschiss des Jahres

Der Schwingerverband spricht eine happige Busse aus. Was ist passiert? Die Kolumne von Felix Bingesser.

Publiziert: vor 15 Minuten

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Felix BingesserReporter Sport

«Sägemehlsplitter» heisst der Newsletter, mit dem der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) periodisch Neuigkeiten unter die Leute bringt. In der Regel sind das keine reisserischen Geschichten mit Sprengkraft. Sondern meist nüchtern-sachliche Kurzberichte über das Verbandsleben.

In der vergangenen Woche allerdings, da hat der Schwingerverband Bemerkenswertes zu berichten. Der Zentralvorstand des ESV hat dem Zürcher Kantonalverband eine für Schwingerverhältnisse saftige Busse von 3000 Franken aufgebrummt, ist in diesem Newsletter zu lesen. Wegen eines Verstosses gegen die technischen Vorschriften des ESV.

Was ist passiert? Der «Schlungg» der Funktionäre geht zurück auf den 16. Mai, den Tag des Zürcher Kantonalen. Dort dürfen am Ende des Tages, wie immer, maximal 15 Prozent der Schwinger einen der begehrten Kränze in Empfang nehmen. Nach Abschluss des Festes hat man festgestellt, dass es Kränze bis zum geteilten sechsten Rang gibt. Um in den 15 Prozent zu bleiben.

Aber man hat auch schnell realisiert, dass man mit einem Kunstgriff drei zusätzliche Kränze vergeben könnte. Dann, wenn man einem der Sechstklassierten, der seinen letzten Gang mit der Note 10 gewonnen hat, nachträglich eine 9,75 schreibt. Damit wäre auch der siebte Rang kranzberechtigt. Man hat mit dem betreffenden jungen Schwinger gesprochen. Er war einverstanden, dass man ihm nachträglich einen Viertelpunkt abzieht.

So waren im geteilten sechsten Rang plötzlich nicht mehr sieben, sondern nur noch sechs Schwinger. Dafür im geteilten siebten Rang neu vier Schwinger. Mit diesem Kniff waren alle vier kranzberechtigt. Der liebe Kerl, der einen Rang zurückgestuft wurde. Sowie die anderen drei Kameraden, die wie die Jungfrau statt zum Kind zum Kranz kamen.

Der Eidgenössische Schwingerverband sieht das nicht als Kavaliersdelikt. «Die korrekte Anwendung der technischen Vorschriften, die Gleichbehandlung aller Schwinger und die Verlässlichkeit der Wettkampfergebnisse sind für die Glaubwürdigkeit und die Integrität des Schwingsports von zentraler Bedeutung», schreibt der Verband. Strafmildernd hat sich ausgewirkt, dass sich die fehlbaren Funktionäre selber reumütig gemeldet haben. Und ihren «Schlungg» bereuen.

So gibt es zum Ende einer turbulenten Saison den letzten Aufreger neben dem Sägemehl. Ein letztes Husarenstück gab es auch im Sägemehl.

Dafür sorgte am vergangenen Sonntag zum Ende der Freiluftsaison ein Aufsteiger dieser Saison. Beim Herbstschwingen in Unteriberg kontert der 18-jährige Einsiedler Bauernsohn Martin Schönbächler im Schlussgang einen Angriff von Armon Orlik. Und legt den Schwingerkönig auf den Rücken. Es ist die fünfte Saisonniederlage für Orlik. Erneut ist ein Zacken aus der Krone gefallen.

Schönbächler hingegen, dieser zwei Meter grosse Modellathlet mit Schuhnummer 50, hat erneut bewiesen, dass er ein kommender grosser Trumpf der Innerschweizer werden kann. Sein Sensationssieg gegen den Schwingerkönig in Unteriberg, einem der konservativsten Flecken des Landes, ist für den Sohn eines ehemaligen Schwingers und einer Kenianerin, die einst Leichtathletin war, jüngstes Beispiel für diese These.

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