US-Ermittler durchsuchen Haus von Trump-Gegnerin Ilhan Omar

- US-Bundesbeamte haben am frühen Montagmorgen das Haus der demokratischen Kongressabgeordneten Ilhan Omar in Washington durchsucht.
- Die Heimatschutzbehörde HSI vollstreckte einen richterlich genehmigten Durchsuchungsbefehl im Rahmen strafrechtlicher Ermittlungen.
- Im Zentrum stehen mögliche Unregelmässigkeiten bei Omars Einwanderungs- und Steuerunterlagen, die sie seit Jahren bestreitet.
Am frühen Montagmorgen (Ortszeit) haben US-Bundesbeamte das Haus der demokratischen Kongressabgeordneten Ilhan Omar (44) in Washington durchsucht. Die aus Somalia stammende Politikerin gehört zu den bekanntesten Gegnerinnen von Präsident Donald Trump. Nun steht sie im Zentrum von Ermittlungen wegen möglicher Unregelmässigkeiten bei ihren Einwanderungsunterlagen.
Wie «Fox News» berichtet, waren mehrere Beamte der Heimatschutzbehörde Homeland Security Investigations (HSI) vor Omars Wohnhaus im Einsatz.
Ein Sprecher des US-Justizministeriums bestätigte, dass die Ermittler einen richterlich genehmigten Durchsuchungsbefehl vollstreckt hätten. Die Massnahme sei Teil laufender strafrechtlicher Ermittlungen. Welche Unterlagen oder Gegenstände beschlagnahmt wurden, ist nicht bekannt.
Wer ist Ilhan Omar?
Omar wurde 1982 in Somalia geboren. Als Kind floh sie mit ihrer Familie vor dem Bürgerkrieg zunächst nach Kenia und später in die USA. Im Jahr 2000 erhielt sie die US-Staatsbürgerschaft.
Seit Januar 2019 sitzt sie für den Bundesstaat Minnesota im US-Repräsentantenhaus. Sie war die erste somalischstämmige Amerikanerin, die in den Kongress gewählt wurde, und gehört zu den ersten muslimischen Frauen im US-Parlament.
Politisch zählt Omar zum progressiven Flügel der Demokraten. Sie setzt sich unter anderem für Minderheitenrechte ein und gehört zu den schärfsten Kritikerinnen von Trumps Einwanderungspolitik.
Vorwürfe wegen Einwanderungsunterlagen
Laut zwei mit den Ermittlungen vertrauten Quellen untersuchen die Behörden Dokumente, die Omars inzwischen verstorbener Vater bei der Einwanderung in die USA ausgefüllt haben soll.
Seit Jahren wird Omar vorgeworfen, 2009 ihren eigenen Bruder geheiratet zu haben, um ihm Einwanderungsvorteile zu verschaffen. Die Politikerin bestreitet dies entschieden und bezeichnet die Behauptungen als haltlos und diskriminierend. Tatsächlich heiratete Omar 2009 den britischen Staatsbürger Ahmed Nur Said Elmi. Die beiden trennten sich nach ihren Angaben 2011 und wurden 2017 offiziell geschieden. Dass Elmi ihr Bruder sei, ist nicht belegt.
Auch ihre Einreise in die USA 1995 unter angeblich falscher Identität wird von politischen Gegnern infrage gestellt.
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Auch Steuererklärungen im Visier
Weitere Fragen betreffen Omars frühere Steuerunterlagen. Eine Behörde in Minnesota stellte 2019 fest, dass sie 2014 und 2015 gemeinsam mit Ahmed Hirsi, dem Vater ihrer Kinder, Steuererklärungen eingereicht hatte, obwohl sie rechtlich noch mit Elmi verheiratet war.
Omar erklärte, sie habe Hirsi 2002 religiös geheiratet. Nach einer Trennung habe sie Elmi geheiratet und sich später wieder mit Hirsi versöhnt.
Im Mai kündigte US-Vizepräsident JD Vance an, dass die Behörden mögliche Unregelmässigkeiten bei Omars Einwanderungs- und Finanzunterlagen überprüfen würden. Zuvor hatte Omar Angaben zu Vermögenswerten in ihren offiziellen Finanzunterlagen korrigiert.
Trump fordert seit Jahren ihre Abschiebung
Omar und Trump verbindet eine lange Geschichte. Bereits 2019 forderte Trump sie auf, «dorthin zurückzukehren, wo sie herkommt».
In den vergangenen Monaten verschärfte er seine Angriffe. Er verlangte wiederholt, Omar solle ins Gefängnis oder nach Somalia abgeschoben werden. Dabei besitzt sie seit mehr als 25 Jahren die US-Staatsbürgerschaft. Omar wiederum wirft Trump vor, mit seiner Rhetorik Feindseligkeit gegenüber Einwanderern und Minderheiten zu schüren.
Im Januar bei Veranstaltung angegriffen
Ende Januar geriet Omar wegen eines Angriffs in die Schlagzeilen. Während einer öffentlichen Veranstaltung in Minneapolis bespritzte ein Mann die Abgeordnete mit einer Flüssigkeit aus einer Spritze.
Der Angriff ereignete sich, als Omar die Abschaffung der Einwanderungsbehörde ICE und den Rücktritt der damaligen Heimatschutzministerin Kristi Noem forderte.
Die Flüssigkeit stellte sich später als Mischung aus Wasser und Apfelessig heraus. Der Angreifer Anthony James Kazmierczak wurde festgenommen. Im September verurteilte ihn ein Gericht zu 14 Monaten Gefängnis.
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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