– Silber: Schweizerinnen holen historische Staffelmedaille

- Die Schweizer 4x100-m-Staffel der Frauen gewinnt an der Leichtathletik-EM in Birmingham die Silbermedaille.
- Trotz eines katastrophalen letzten Wechsels müssen sich Géraldine Di Tizio-Frey, Fabienne Hoenke, Léonie Pointet und Salomé Kora nur Grossbritannien geschlagen geben.
- Dominic Lobalu holt über 10'000 m die Silbermedaille. Annik Kälin bleibt im Siebenkampf nur der 4. Rang.
Die lang ersehnte Medaille in einer Sprintstaffel ist für Swiss Athletics Tatsache. Die Schweizerinnen, die an Grossanlässen in den vergangenen Jahren immer wieder dramatisch einen Podestplatz verpasst hatten, konnten ihr Potenzial in Birmingham für einmal ausschöpfen. Hinter Grossbritannien lief das Quartett um Géraldine Di Tizio-Frey, Fabienne Hoenke, Léonie Pointet und Salomé Kora in 43,05 Sekunden zur Silbermedaille.
Doch ohne Drama ging es auch an jenem kühlen Samstagabend im Alexander Stadium nicht. Nach einem starken Start von Di Tizio-Frey und zwei Sicherheitswechseln schienen sich die Schweizerinnen ein Duell um Gold mit Grossbritannien zu liefern. Doch die letzte Stabübergabe von Pointet auf Kora missglückte komplett. Kora kam fast zum Stillstand, der Traum von der Medaille schien erneut zu platzen.
Letzter Wechsel missglückt
Doch Kora, in diesem Winter noch als Bob-Anschieberin bei den Olympischen Spielen im Einsatz, warf die Flinte nicht ins Korn – im Gegenteil: Die St. Gallerin drehte noch einmal so richtig auf und sicherte der Schweiz die Silbermedaille. Auf die drittplatzierten Polinnen betrug die Reserve nur 3 Hundertstel, Italien auf Rang 4 lag 9 Hundertstel hinter der Schweiz zurück.
Die überlegenen Britinnen lagen für die Schweizerinnen nach dem Missgeschick ausser Reichweite. Das Quartett um 100-m-Europameisterin Amy Hunt lief nach 42,05 Sekunden über die Ziellinie.
Del Ponte lässt Hoenke den Vortritt
Eine kleinere Überraschung hatte es bereits wenige Stunden vor dem Start gegeben. Im Gegensatz zu den Vorläufen am Samstagmorgen erhielt für den Final Hoenke anstelle von Ajla Del Ponte das Vertrauen. Wie Staffel-Trainer Kim Beytrison verriet, habe Del Ponte ihren Platz aufgrund der Formstärke von Hoenke freiwillig angeboten. Die Fricktalerin hatte über 200 m eine Medaille als 4. nur knapp verpasst.
Männer-Gold an Grossbritannien
In der Sprintstaffel der Männer ging der Titel an das britische Quartett bestehend aus Jeremiah Azu, Louie Hinchliffe, Zharnel Hughes und Romell Glave in einer Zeit von 38,45 Sekunden. Glave und Azu hatten bereits über 100 m Gold und Silber gewonnen. Rang 2 ging an Deutschland (38,64), das Podest komplettierten die Belgier (38,70).
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.