Swiss Indoors in Basel – Ende einer eindrücklichen Karriere: Wawrinka unterliegt Lehecka

- Stan Wawrinkas ruhmreiche Karriere endet am Dienstagabend an den Swiss Indoors.
- Der Romand unterliegt dem Tschechen Jiri Lehecka mit 5:7, 6:7 (2:7).
- Wawrinka hält auch in seinem letzten Spiel der Karriere noch gut mit, muss sich am Ende aber doch geschlagen geben.
Um 23:02 Uhr war es in Basel so weit: Der letzte Punkt in Stan Wawrinkas Karriere war gespielt. Der 41-Jährige konnte den ersten Matchball seines Gegners Jiri Lehecka nicht mehr abwehren, die 5:7, 6:7-Niederlage war besiegelt. Während der Tscheche an den Swiss Indoors die 2. Runde erreichte, liess sich Wawrinka trotz des Ausscheidens vom Publikum feiern.
Ein Klassenunterschied war auf dem Center Court trotz 17 Jahren Altersunterschied und 130 Plätzen Differenz in der Weltrangliste nicht auszumachen. Der Schweizer war bemüht, seine Karriere zumindest um eine Partie zu verlängern. Immer wieder liess er seine Klasse von früher aufblitzen, immer wieder forderte «Stan the Man» seinen Gegner auch in längeren Ballwechseln.
Mit Spass dabei
Im 1. Satz erspielte sich Wawrinka beim Stand von 3:2 zwei Breakmöglichkeiten, konnte jedoch beide nicht nutzen. Die Partie blieb in der Reihe, bis der dreifache Grand-Slam-Sieger zum ungünstigsten Zeitpunkt ein schwaches Aufschlagspiel einzog. Lehecka schaffte das Break zum 6:5 und holte sich anschliessend den Startsatz.
Auch der 2. Durchgang war eng umkämpft. Mit der Unterstützung der Fans motivierte sich Wawrinka für jeden Punkt. Als beim Stand von 5:4 für den Schweizer die «Laola-Welle» durch die Arena wanderte, machte er auf der Bank während dem Seitenwechsel direkt mit. Es war dem 41-Jährigen anzumerken, dass er die Partie trotz all dem Kampf auch genoss.
Rückhandfehler zum Schluss
Anders als im Startsatz schaffte es der Romand im 2. Satz bis ins Tiebreak. Dort fehlte Wawrinka aber das Glück. Sogar sein Paradeschlag mit der Rückhand misslang ihm. Mit 2:7 verlor er das Tiebreak und damit auch die Partie. Nach 23 Jahren mit 985 Matches, 16 Turniersiegen, 3 Grand-Slam-Titeln, einem Olympiasieg und dem Sieg im Davis Cup endete die grossartige Karriere Wawrinkas mit einem Rückhandfehler.
Fast schon entschuldigend begab sich Lehecka anschliessend ans Netz, um die Gratulation von Wawrinka entgegenzunehmen. Der riesige Applaus des Publikums gehörte nach dem Matchball für einmal nicht nur dem Sieger, sondern vor allem dem unterlegenen Wawrinka.
Weiterer Abschied in Genf
Im Interview dankte Wawrinka anschliessend den Fans. Es sei schwierig, die Emotionen im Griff zu haben. Er dankte allen Leuten, die das, was er erreicht hat, ermöglicht haben. «Ich bin traurig, aber ich gehe mit einem Lächeln, weil ich so viel Aussergewöhnliches erleben durfte», erklärte der Romand mit Tränen in den Augen. Anschliessend begab er sich auf eine Ehrenrunde durch die Arena und liess sich noch ein letztes Mal feiern.
Im Dezember wird sich Wawrinka noch einmal dem Schweizer Publikum präsentieren. Unter dem Motto «Eine letzte Rückhand» findet gemeinsam mit Roger Federer, Gaël Monfils und Andy Murray eine Abschiedsvorstellung zu Ehren des Romands statt. Diese Veranstaltung wird live bei SRF übertragen werden.
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