Weiss Hailey Bieber nicht, woher ihr Mann kommt?

- Hailey Bieber behauptete in der französischen TV-Sendung «Quotidien», ihr Mann Justin Bieber sei Franzose.
- Justin Bieber wurde in London, Ontario, geboren – er hat jedoch mütterlicherseits Wurzeln im frankophonen Québec.
- Experten zufolge macht ihn das höchstens zum Kanadier mit französischen Wurzeln, nicht zum Franzosen.
Ist Justin Bieber Franzose? Diese Frage beschäftigt gerade das Internet. Ausgelöst wurde das Interesse an den Wurzeln des Popstars von seiner Frau. Hailey Bieber war vor Kurzem Gast in der französischen TV-Sendung «Quotidien». Die 29-Jährige schwärmte von Paris und Frankreich. «Mein Mann ist Franzose, das mag ich auch», sagte sie.
Die Aussage überraschte Moderator Yann Barthes, der nachhakte. «Er ist Franzose, ja», doppelte Hailey nach. «Ist er nicht Kanadier?», so Yann. «Er ist aus Kanada, aber er ist auch Franzose. Seine Familie ist französisch», so Hailey. Von wo genau, wisse sie aber nicht.
Justin Bieber hat Wurzeln in Québec
Die Aussagen der Beauty-Unternehmerin sorgen nicht nur bei Barthes für Verwirrung. Kanada hat bekanntermassen einen frankophonen Teil. Justin Bieber wurde aber in London, Ontario, geboren – weit entfernt von der Provinz Québec, wo Französisch die Amtssprache ist.
Mehrere US-Medien berichten jedoch, dass der 32-Jährige mütterlicherseits Wurzeln in der Region hat. Seine Grossmutter wuchs in einer frankophonen Community auf. Sein Urgrossvater wurde in Bonaventure auf der Gaspé-Halbinsel in Québec geboren. Dies macht Justin aber dennoch nicht zum Franzosen, höchstens zum Kanadier mit französischen Wurzeln.
Wie ordnest du Justins angebliche französische Wurzeln ein?
Was hat Québec mit Frankreich zu tun?
Die frankophone Provinz hat ihren Ursprung in der Kolonialzeit. 1534 erreichte der französische Seefahrer Jacques Cartier die Region und beanspruchte Gebiete für Frankreich. 1608 gründete Samuel de Champlain Québec City. Daraus entwickelte sich die französische Kolonie Neufrankreich (Nouvelle-France).
Im 18. Jahrhundert kämpften Grossbritannien und Frankreich um ihre nordamerikanischen Kolonien. 1759 besiegten britische Truppen die Franzosen bei Québec City in der berühmten Schlacht auf den Plains of Abraham.
Mit dem Pariser Frieden von 1763 trat Frankreich den grössten Teil seiner nordamerikanischen Besitzungen, darunter Kanada, an Grossbritannien ab. Aber: Die französischsprachige Bevölkerung verschwand nicht. Sie blieb zahlenmässig stark und behielt grosse Teile ihrer Sprache, katholischen Religion und ihres französisch geprägten Zivilrechts.
Québec und Kanada: Eine spannungsvolle Beziehung
Deshalb spricht man in Québec heute Französisch, obwohl Kanada lange Teil des britischen Empire war. 1867 entstand durch die Kanadische Konföderation das heutige Kanada in seiner ursprünglichen Form. Québec wurde eine der ersten vier Provinzen.
Es entwickelte sich aber eine gewisse Spannung: Kanada war insgesamt stark anglophon und britisch geprägt, während Québec mehrheitlich frankophon und katholisch blieb. Die Spannung besteht bis heute. Immer wieder werden Stimmen laut, die fordern, dass Québec Kanada verlassen soll. Statt sich primär als französische Kanadier (Canadiens français) zu verstehen, bezeichnen sich viele zunehmend als Québécois und bilden so eine eigene Identität. Ein Québécois ist damit ungefähr so wenig automatisch Franzose wie ein US-Amerikaner mit englischen Vorfahren Engländer ist.
Leonie Projer (pro), Jahrgang 1997, ist stellvertretende Leiterin im Ressort People und arbeitet seit Oktober 2022 bei 20 Minuten. Ihre ersten journalistischen Erfahrungen sammelte sie bei Tele M1 und «ArgoviaToday».
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