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Tuesday, October 20, 2026

Winterstrom-Lücke – Leere Stauseen: GLP-Präsident kritisiert Strombranche

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Die Lage bei den Stauseen ist angespannt: In Graubünden sind sie derzeit im Durchschnitt nur zu zwei Dritteln gefüllt, im Tessin gar nur zur Hälfte. Schuld daran seien die Energiekonzerne, sagt GLP-Präsident Jürg Grossen.

Blick auf einen Fluss, umgeben von bewaldeten Bergen und felsigen Ufern unter einem wolkigen Himmel.
Legende: Der Pegel vieler Stauseen ist historisch tief. SRF

«Die Energiekonzerne haben zwischen April und September, also im Sommerhalbjahr, zu viel Strom aus diesen Speicherseen turbiniert und diesen dann auch exportiert, obwohl es nicht nötig gewesen wäre», so Grossen. Im Winter fehle dadurch unnötigerweise mehr Strom als in anderen Jahren.

Branche verweist auf trockenen Sommer

Die Energiebranche weist die Kritik zurück. Laut Michael Frank, dem Direktor des Verbands Schweizerischer Energiekonzerne, seien die tieferen Pegelstände auf den trockenen Sommer zurückzuführen. Ausserdem stehe nur drei Prozent weniger Winterstrom zur Verfügung als in anderen Jahren.

Für die Versorgungssicherheit im Winter entscheidender sei die Kernkraft. «Der Langzeitbetrieb der AKW ist die relevante Grösse zum Diskutieren», so Frank. Damit gemeint ist, dass die bestehenden Kernkraftwerke 80 statt 60 Jahre am Netz bleiben könnten.

GLP fordert mehr Transparenz

Grossen gibt sich damit nicht zufrieden. Er fordert, die Energiekonzerne müssten offenlegen, wie viel Wasser aus den Stauseen sie im Sommer für die Stromproduktion genutzt haben. Zudem sieht er einen Widerspruch: «Wenn die Konzerne Winterenergie im Sommer turbinieren und ins Ausland verkaufen und sich dann gleichzeitig für die Aufhebung des Neubauverbotes für AKW einsetzen mit der Begründung, es fehle an Winterenergie, dann stellen sich Fragen.»

Die Strombranche winkt ab und verweist darauf, bereits genügend transparent zu sein. Die Pegelstände der Stauseen sowie der Stromhandel würden bereits rapportiert. Frank sagt: «Noch mehr Regeln sind ein unnötiger Swiss-Finish, der in Planwirtschaft endet.»

Alles dreht sich um die Atomdebatte

Wer über die Pegel der Stauseen streitet, streitet neuerdings über die Kernkraft. Das zeigt eindrücklich: Die AKW-Debatte überschattet im Energiebereich derzeit alles andere.

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