ESPNQB rankings for all 68 Power 4 teamsESPN DeportesGuardiola rompe su silencio tras cargos contra el Manchester CityInquirerRidon: Prosecution ready for whole-day impeachment trialPunchPolice issue flood alert to parents after Anambra school pupil’s deathThe Jerusalem PostAfter Flydubai incident: Should Israelis prefer flying blue-and-white?Il Sole 24 OreDecreto Pa, via libera del Senato: è legge. Dalle ferie alle assunzioni: cosa cambiaRolling Stone‘AEW Dynamite’ Livestream: Where to Watch the TBS Wrestling Broadcast Online FreeAntara NewsPresident calls for APBN 2027 to maximize public welfareNHK 社会天皇皇后両陛下 熊本地震の被災地訪れ 被災した人たちを見舞うABC News3 shot at workplace in Virginia, gunman at large: Police20 MinutenDas ist über den Flydubai-Copiloten bekanntRFI 中文视频 : 特朗普称人工智能行业可以自我监管
The Daily Newsstand · Free, Always
Wednesday, September 30, 2026

Krankenkassen horten 8,4 Milliarden – und die Prämien steigen weiter

Translate

Die Zahlen sind bemerkenswert: Die Schweizer Krankenversicherer verfügen über ein üppiges Polster. Ihre Reserven sind auf 8,4 Milliarden Franken gestiegen. Das sind 2,7 Milliarden mehr, als die Kassen zur finanziellen Absicherung gesetzlich benötigen. Allein seit Anfang 2024 haben sie rund eine Milliarde Franken zusätzlich angehäuft.

Gleichzeitig steigen die Prämien weiter: Für 2027 wird schon wieder ein Anstieg von 5 Prozent erwartet. Seit 2023 summiert sich das Prämien-Plus damit auf rund 35 Prozent.

Die Kassen können ihre Reserven grundsätzlich einsetzen, um den Prämienanstieg abzufedern. Verpflichtet sind sie dazu jedoch nicht – höhere Deckung hin oder her. Um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, wären 5,7 Milliarden Franken ausreichend. Die Differenz beträgt damit 2,7 Milliarden. Der sogenannte durchschnittliche Solvenzgrad liegt bei 149 Prozent.

«Perversion des Systems»

So weit die Fakten. In Bundesbern sorgt diese Entwicklung für Kritik – insbesondere vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Prämien. Die SP hat deshalb eine Volksinitiative angekündigt, mit der die Prämien auf einen bestimmten Anteil des Einkommens begrenzt werden sollen.

Mauro Poggia (67), Präsident des Schweizerischen Verbands der Versicherten und Genfer MCG-Ständerat, bezeichnet das heutige System der Reserven als «die grösste Perversion des Versicherungssystems».

«Das Problem ist, dass Versicherte, die ihre Krankenkasse wechseln, ihre Reserven nicht mitnehmen und bei der neuen Kasse wieder neue Reserven aufbauen müssen», sagt Poggia. «Die Versicherer haben die Möglichkeit, diese überschüssigen Reserven zur Dämpfung des Prämienanstiegs einzusetzen, sind dazu aber nicht verpflichtet.»

SP-Politiker sind stinksauer

Auch die beiden Waadtländer SP-Politiker Pierre-Yves Maillard (58) und Samuel Bendahan (46) reagieren mit scharfer Kritik. «Zwischen missbräuchlichen Abrechnungen in gewissen medizinischen Fachgebieten, dem Skandal um Rabatte, die nicht an die Versicherten weitergegeben werden, und den Reserven, die bei den Versicherern unnötigerweise wieder steigen, könnte man den Kopf gegen die Wand schlagen», sagt Ständerat Maillard.

Maillard hat eine Motion eingereicht: Er will, dass jede Prämienerhöhung von mehr als 3 Prozent dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden kann.

Auch Samuel Bendahan, Präsident der SP-Fraktion im Bundeshaus, kritisiert die Entwicklung: «Das ist absolut nicht normal. Die Kassen mit den höchsten Reserven sollten handeln, um die Prämien zu senken, aber sie spielen nicht mit.»

Für den Nationalrat besteht «eine Diskrepanz zwischen den Interessen der Versicherten und jenen der Krankenkassen. Die Kassen haben viel zu viel Freiheit und räumen der Kaufkraftkrise des Mittelstands keine Priorität ein.»

Millionen aus Kapitalerträgen

Der Krankenkassenverband Prio Swiss verweist darauf, dass der Anstieg der Reserven vor allem auf gute Anlageergebnisse zurückzuführen sei. «Von den 569 Millionen Franken Überschuss im Jahr 2025 stammen 511 Millionen aus Kapitalerträgen und 58 Millionen aus dem eigentlichen Versicherungsgeschäft», erklärt der stellvertretende Kommunikationschef Christophe Kaempf. «Diese Entwicklung war zum Zeitpunkt der Festlegung der Prämien im Jahr 2024 nicht vorhersehbar.»

Für Bendahan ist die Anlage der Reserven an den Finanzmärkten jedoch nicht im primären Interesse der Versicherten. «Die Krankenkassen legen die Reserven an der Börse an. Für die Versicherten ist das eine Art Zwangsinvestition: Sie werden nicht gefragt, ob sie das wollen. Dabei würden sie es sicherlich vorziehen, wenn diese Überschüsse zur Senkung ihrer Prämien eingesetzt würden.»

Die geplante SP-Volksinitiative werde die Krankenkassen dazu verpflichten, einen Teil dieses Geldes zurückzugeben, sagt Bendahan.

Seit einer Gesetzesrevision, die 2021 in Kraft trat, können Versicherer bestimmte Instrumente einfacher einsetzen, um ihre Reserven abzubauen. Die freiwilligen Reservenreduktionen beliefen sich 2020 auf 28 Millionen Franken, 2021 auf 378 Millionen und 2022 auf 22 Millionen Franken. Von 2023 bis 2026 wurden dagegen keine freiwilligen Reservenreduktionen vorgenommen.

BAG fordert Kassen auf, Prämienanstieg zu begrenzen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erklärt, es ermutige Versicherer mit hohen Reserven und guter Solvenz, «alle verfügbaren Mittel, insbesondere die Kapitalerträge, zu nutzen, um die Prämien zu begrenzen». 15 Versicherer hätten angekündigt, dies 2026 bei der Festlegung der Prämien für 2027 zu tun, sagt Christophe Kaempf von Prio Swiss.

Der Krankenkassenverband betont gleichzeitig, dass die Versicherer «kein Interesse daran haben, im Verhältnis zu den Gesundheitskosten zu hohe Prämien zu verlangen». Bei der Genehmigung der Prämien achte das BAG darauf, dass deren Berechnung weder zu zu tiefen noch zu hohen Reserven führe. Die derzeitigen Reserven entsprächen den Kosten von rund zwei bis drei Monaten an Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung.

Krankenkassen-Mann Kaempf erinnert zudem daran, dass die Reserven in erster Linie dazu dienten, unerwartete Kostenentwicklungen aufzufangen. 2023 seien die Reserven unter anderem wegen höherer Gesundheitskosten innerhalb eines einzigen Jahres um rund 1,2 Milliarden Franken gesunken.

Eine Verpflichtung, überschüssige Reserven systematisch zurückzugeben, sieht der Verband kritisch. Dies könnte laut Kaempf die Schwankungen der Prämien von Jahr zu Jahr verstärken und zu einem unerwünschten «Jo-Jo-Effekt» führen.

Externe Inhalte

Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

View the original on Blick →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.