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Monday, October 12, 2026

Godzilla-El-Niño hält sich bedeckt – trifft er uns überhaupt?

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  • Im tropischen Pazifik entwickelt sich derzeit möglicherweise eines der stärksten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der systematischen Beobachtungen.
  • Für den Schweizer Winter lassen sich daraus laut dem Meteorologen Peter Wick keine verlässlichen Vorhersagen ableiten.
  • Entscheidend für das Wetter hierzulande sei die Position grosser Hoch- und Tiefdruckgebiete sowie des Jetstreams – nicht El Niño.

Ein möglicherweise aussergewöhnlich starkes El-Niño-Ereignis entwickelt sich derzeit im tropischen Pazifik. Es könnte weltweit erhebliche Auswirkungen auf das Wetter haben. El Niño wird sich nach UN-Angaben weiter verschärfen und im Dezember voraussichtlich seinen Höhepunkt erreichen.

«Haben wir über Wochen eine kräftige Westströmung, wird es häufig mild und nass.»

Meteorologe Peter Wick

Dabei wird El Niño wahrscheinlich in vielen Weltgegenden überdurchschnittlich hohe Temperaturen verursachen und durch veränderte Niederschlagsmuster je nach Region das «Risiko für Dürren und Überflutungen» erhöhen, erklärte die Weltmeteorologie-Organisation (WMO) am vergangenen Donnerstag in ihrem monatlichen globalen Klimabericht. Für den Schweizer Winter lassen sich daraus aber keine verlässlichen Vorhersagen ableiten, sagt Meteorologe Peter Wick auf Anfrage von 20 Minuten.

Entscheidend für die Schweiz: Die Positionen grosser Hoch- und Tiefdruckgebiete

«Im tropischen Pazifik entwickelt sich derzeit ein aussergewöhnlich starkes El-Niño-Ereignis, möglicherweise sogar eines der stärksten seit Beginn der systematischen Beobachtungen», sagt er. Das sei meteorologisch «natürlich hochinteressant» und könne weltweit grosse Auswirkungen haben. «Aber daraus abzuleiten, dass wir in der Schweiz einen besonders kalten, schneereichen oder umgekehrt extrem milden Winter bekommen, wäre reine Spekulation.»

Welches Winterwetter magst du am liebsten?

El Niño beeinflusse zwar die grossräumigen Strömungsverhältnisse. «Aber der Weg vom Pazifik bis zu uns nach Mitteleuropa ist ziemlich weit und kompliziert», so Wick. Entscheidend sei hierzulande vor allem die Position grosser Hoch- und Tiefdruckgebiete sowie des Jetstreams. «Haben wir über Wochen eine kräftige Westströmung, wird es häufig mild und nass.» Blockiere dagegen ein Hochdruckgebiet den Atlantik und ermögliche kalte Luft aus Norden oder Osten, kann es auch bei einem starken El Niño empfindlich kalt werden.

Besonders zurückhaltend ist Wick bei Schneeprognosen. «Ob es im Mittelland schneit oder regnet, hängt oft an wenigen Grad.» In den Bergen könne auch ein insgesamt milder Winter grosse Schneemengen bringen, wenn genügend feuchte Luft vorhanden sei und die Temperaturen in den entsprechenden Höhenlagen passten. «Umgekehrt kann ein kalter, aber trockener Winter ziemlich schneearm ausfallen.»

Milde Winter wahrscheinlicher als vor einigen Jahrzehnten

Langfristige Klimatrends zeigten zwar, dass milde Winter heute wahrscheinlicher seien als noch vor einigen Jahrzehnten. «Das bedeutet aber keineswegs, dass es nicht auch längere Kältephasen oder kräftige Schneefälle geben kann», sagt Wick. Bei Saisonprognosen sei er deshalb «ausgesprochen zurückhaltend». Sie zeigten gewisse statistische Tendenzen, aber keine konkreten Wetterentwicklungen. Ob El Niño den Schweizer Winter tatsächlich spürbar beeinflusse, werde man «möglicherweise erst im Nachhinein beurteilen können».

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Sein Fazit: «El Niño kann weltweit für gewaltige Wetterkapriolen sorgen. Aber wer heute behauptet, deswegen bereits zu wissen, wie viel Schnee wir an Weihnachten in Zürich haben werden, schaut wohl weniger in die Wettermodelle als vielmehr in die Kristallkugel.»

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Florian Osterwalder

Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.

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