Neue Technologien – Die Schweiz spielt in der Robotik vorne mit

Sie können tanzen, kämpfen, helfen: Stolz führt China seine humanoiden Roboter auf Messen und Events vor. Aber auch die Schweiz muss sich in der Robotik nicht verstecken – im Gegenteil. Das zeigt eine Auswertung von Raiffeisen.
Die Firmen
Der neuste Wirtschaftsmonitor von Raiffeisen zählt in der Schweiz 217 Unternehmen, die mit Robotik in Zusammenhang stehen. Davon sind 109 tatsächlich Hersteller von Robotern. Mehr als die Hälfte sind Spin-offs aus Schweizer Hochschulen. Und von diesen wiederum entstammen 80 Prozent den beiden ETH in Zürich und Lausanne. Viele Schweizer Robotik-Unternehmen sind eher klein: Konkret haben 87 Prozent der Firmen weniger als 100 Beschäftigte. Insgesamt bieten sie rund 7000 Arbeitsplätze.
Die Produkte
Die Schweiz ist laut dem Bericht stark in Systemen, die sich autonom durch komplexe Umgebungen bewegen. Dazu gehören Drohnen und mobile Roboter. Auch Spezialroboter entstehen häufig in der Schweiz: Das ETH-Spin-off Roboa etwa entwickelt schlangenförmige Roboter, die Rohre erkunden können. Oder Tethys hat Unterwasserroboter im Angebot (siehe Video unten), die zum Beispiel Offshore-Anlagen überwachen können. Insgesamt gibt es in der Schweiz im internationalen Vergleich viele Roboter: Auf 1000 Beschäftigte kommen 29 Industrieroboter, mehr als etwa in Frankreich oder China.
Die Finanzierung
ETH und EPFL belegen in Europa Spitzenplätze, wenn es um die Finanzierung ihrer Robotik-Spin-offs geht. Gemäss dem European Spinouts Report 2025 entfielen auf Robotik-Gründungen der ETH Zürich rund 785 Millionen US-Dollar und auf jene der EPFL rund 508 Millionen US-Dollar an Risikokapital. Das Geld geht in unterschiedlichste Bereiche: von der minimalinvasiven Chirurgie bis zu Unkrautbekämpfung in der Landwirtschaft.
Die Zukunft
Die Raiffeisen-Auswertung geht davon aus, dass Robotik jeden dritten Arbeitsplatz in der Schweiz erreichen könnte. Grosses Potenzial ortet sie in der Industrie oder im Bau. In «sozial sensiblen» Tätigkeiten wie Betreuung oder Pflege rechnet sie mit einer langsameren Verbreitung. Eine Lösung für den Fachkräftemangel könnten Roboter allerdings nur begrenzt sein. Die Studienautorinnen und -autoren schreiben: «Unter den Berufen mit erhöhtem Fachkräftemangel weisen lediglich 17 Prozent zugleich eine überdurchschnittlich hohe Robotikexposition auf.»
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