Lausanne-Sport im Tief – Viele Verletzte, kein Diakité-Ersatz – und Elsners Zukunft?

Super-League-Schlusslicht Lausanne-Sport kämpft mit Verletzungssorgen und einer Torflaute. Der Trainer ist angezählt.
Auch ein völlig neuformierter Offensiv-Dreizack brachte am Sonntag nicht die gewünschte Wende. Lausanne-Sport kann einfach keine Tore schiessen. Mit dem 0:1 bei St. Gallen stehen die Waadtländer bei sieben Toren aus zehn Spielen. Die Folge: letzter Platz.
Die Baustellen bestehen am Genfersee allerdings von hinten bis vorne. Vieles ist dabei auch auf Verletzungen zurückzuführen.
Manchester-Verteidiger zurückgebunden
Defensive: Drei bittere 0:1-Niederlagen und «nur» 16 Liga-Gegentore zeugen davon: Nicht alles läuft schief in der Lausanner Hintermannschaft. Doch die Automatismen im flexibel anwendbaren System mit Dreier- respektive Fünferkette passen noch nicht.
Jüngst kam Pech dazu: Der im Sommer von Manchester United verpflichtete Tyler Fredricson kämpfte sich in der Innenverteidigung in die Startformation – und erlitt einen Fussbruch. Dazu schmerzt der Ausfall des zweiten vielversprechenden Verteidiger-Jungspunds Theo Bergvall.
Mittelfeld: Mit Beyatt Lekoueiry (Kreuzbandriss nach dem 2. Spieltag) und dem seit Ende letzter Saison mit diversen Blessuren kämpfenden Nicky Beloko fehlen Trainer Luka Elsner zwei arrivierte Kräfte im Zentrum bereits länger.
Vor zwei Wochen gesellte sich Zugang Koba Koindredi ebenfalls mit einem langwierigen Kreuzbandriss ins Mittelfeld-Lazarett. Der im Anschluss als Ersatz verpflichtete Franzose Alexis Blin – Elsner kennt ihn noch aus gemeinsamen Amiens-Zeiten – fiel beim Debüt in St. Gallen vor allem mit einem missglückten Kopfball auf, der nur mit viel Glück nicht im eigenen Tor landete.
Offensive: Das grösste Manko im Lausanner Spiel bleibt aber die Harmlosigkeit. Nach zehn Spielen ist klar: Der im Sommer abgewanderte Gaoussou Diakité konnte nicht kompensiert werden. Nicht nur fehlen die Skorerpunkte des Maliers (13 Stück am Saisonende), auch sein Spielwitz und seine Unberechenbarkeit vermisst der Westschweizer Klub stark.
Der derzeitig meist als einzige Spitze nominierte Omar Janneh ist bemüht, beim 20-Jährigen steht aber erst ein Saisontor zu Buche – zu wenig auf dieser Position.
Mit Rückstand in die Saison
Die Verantwortlichen bei Lausanne-Sport hatten im Sommer-Transferfenster etwas getrödelt, die entscheidenden Wechsel wurden erst spät getätigt. So starteten einige Spieler mit Trainingsrückständen in die Saison, wie Elsner vor einigen Wochen moniert hatte.
Mittlerweile sollten die Defizite allerdings getilgt sein. Trotzdem bleibt noch viel Arbeit für Elsner. Wobei: Vielleicht auch nicht – mit erst einem Saisonsieg und zuletzt vier Pleiten am Stück ist der slowenische Trainer fraglos angezählt.
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