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Wednesday, September 2, 2026

Tourismus – Flusskreuzfahrten begeistern immer mehr Schweizer Reisende

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Die MS Rhône Princess fährt mit einer gemächlichen Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde den Rhein hinauf. Das Schiff befördert 118 Passagiere, darunter 21 Schweizerinnen und Schweizer.

An Bord herrscht eine Atmosphäre des Abschaltens: vorbeiziehende Landschaften, tägliche Animationen und gehobene Verpflegung.

Weisses Flussschiff auf einem Kanal mit Kais im Hintergrund.
Legende: Die MS Rhône Princess ist 110 Meter lang und wiegt 1700 Tonnen. Damit fällt sie deutlich kleiner aus als Kreuzfahrtschiffe auf hoher See. RTS

Diese Reiseform zieht immer mehr Feriengäste an, die das Reisen auf dem Wasser schätzen, auf die grossen Kreuzfahrtschiffe auf hoher See jedoch verzichten möchten. «Hier sind wir etwas mehr als hundert Personen, während man auf See von Tausenden Passagieren spricht. Es ist viel intimer und herzlicher», sagt Fabienne, eine Walliser Kreuzfahrerin, gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).

Alles inklusive, aber mit Zuschlägen

Der Preis für die einwöchige Reise beginnt bei 1599 Franken pro Person. Darin enthalten sind in diesem Beispiel die Vollpension und der Bustransport ab der Westschweiz. Vor Ort können weitere Kosten hinzukommen, wie die Ausflüge an Land.

So sieht ein Landausflug für die Passagiere aus:

Für Paul-André, einen pensionierten Bieler, beläuft sich die Endrechnung für ihn und seine Partnerin somit auf insgesamt etwa 4000 Franken. «Es ist nicht billig, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt», meint er.

Starke Nachfrage aus der Schweiz

Mit rund 50 Schiffen auf Flüssen wie dem Mekong, der Donau, dem Douro und dem Rhein ist Croisi Europe weltweit präsent. Für das Familienunternehmen stellt die Schweiz einen bedeutenden Markt dar.

«Die Schweiz macht etwa 15 Prozent unseres internationalen Umsatzes aus», erklärt Michel Grimm, internationaler Verkaufsdirektor von Croisi Europe. Nach dem Stillstand durch die Pandemie hat sich der Sektor schnell erholt: «Die Dynamik ist sehr stark, mit einem durchschnittlichen Wachstum unseres Umsatzes von 10 Prozent pro Jahr». Getragen wird das Wachstum vor allem von Rentnerinnen und Rentnern, die genügend Zeit und Budget für diese komfortablen Rundum-sorglos-Reisen haben.

Zwischen Überlastung des Flusses und der Energiewende

Dieses Wachstum bringt logistische, aber auch ökologische Herausforderungen mit sich. «Die Nachfrage steigt und wir werden immer zahlreicher auf dem Wasser», sagt Wesley, der Kapitän eines Schiffes. «Das führt manchmal zu Wartezeiten bei den Schleusen. Die Anlegeinfrastrukturen werden sich anpassen müssen.»

Ausserdem leidet der Betrieb der Schiffe stark unter der Volatilität der Energiepreise. Der professionelle Dieselkraftstoff ist in wenigen Monaten von 0.56 Rappen auf 1.07 Franken pro Liter gestiegen.

Im Gegensatz zu den Kreuzfahrtschiffen, die oft wegen ihrer Verschmutzung angeprangert werden, weisen Flussschiffe jedoch ökologisch bescheidenere Dimensionen auf. Die MS Rhône Princess ist mit 500-PS-Motoren ausgestattet – gleichwertig mit denen grosser Lastwagen – und verwendet Gasöl, das weniger schwefelhaltig ist. «Es bleibt ein Dieselmotor», sagt Wesley, «aber die Umweltauswirkungen sind begrenzter als in der Hochseeschifffahrt».

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