Influencer Clavicular will 6200 Fr. für Selbstoptimierungs-Camp

- Der US-Influencer Clavicular (bürgerlich Braden Peters) bietet ein einwöchiges «Camp Looksmax» mit Workshops zu Dating-Tipps und Schönheitsoptimierung für Männer an.
- Die Teilnahme kostet 7500 Dollar (rund 6200 Franken) und beinhaltet Unterkunft in einer Villa, Verpflegung und massgeschneiderte Kleidung.
- Als Anreiz lockt das Camp mit einem Preisgeld von 25’000 Dollar für einen Teilnehmer.
Influencer Clavicular (20) verbreitet auf Social Media extreme Methoden zur äusserlichen Selbstoptimierung für junge Männer, das sogenannte Looksmaxxing. Seine Tipps beinhalten etwa Steroide, Testosteron und fragwürdige Gesichtsveränderungen. Jetzt will der kontroverse Influencer seine Praktiken in Person weitergeben: Eine Woche lang gibt Braden Peters, so sein bürgerlicher Name, Workshops zu Dating-Tipps und Schönheitsoptimierung.
Wer persönlich am «Camp Looksmax» teilnehmen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Die Teilnahme kostet 7500 Dollar, rund 6200 Franken pro Person. Im Preis inbegriffen sind die Unterbringung in einer Villa, Mahlzeiten von einem Privatkoch, Betreuung durch Mentoren sowie massgeschneiderte Kleidung.
Clavicular erklärt, wie man an Körpergrösse gewinnt
Angeboten werden unter anderem auch angeleitete Übungen, bei denen Frauen auf der Strasse angesprochen werden. Zudem müssen die Teilnehmer eine Shopping-Challenge für das beste Outfit bestreiten.
In den Kursen wird ausführlich über die Körpermasse gesprochen, und Clavicular gibt Tipps, wie man die eigene Grösse verändern kann. So besucht die Männergruppe etwa ein Geschäft, das Schuhe herstellt, die einige Zentimeter mehr schummeln. Zudem rät der Creator, sich vor dem Hinausgehen an eine Stange zu hängen, um grösser zu erscheinen.
Gegen Clavicular läuft Strafverfahren wegen Vergewaltigungsvorwurfs
Während Clavicular mit seinem Looksmaxxing-Camp für Selbstoptimierung wirbt, läuft gegen ihn in den USA ein Strafverfahren wegen schwerer Vorwürfe. Der 20-Jährige ist in Massachusetts wegen mutmasslicher Vergewaltigung, der Verabreichung einer Substanz für Sex sowie der Abgabe von Alkohol an eine Person unter 21 Jahren angeklagt. Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Vorfall vom 23. Mai 2025. Die damals 17-jährige Betroffene wirft Peters vor, sie stark alkoholisiert und anschliessend sexuell missbraucht zu haben.
Die Anklageverlesung vor dem Orleans District Court ist für den 14. Oktober angesetzt. Laut Gerichtsunterlagen ist das Verfahren weiterhin hängig. Peters befindet sich derzeit nicht in Haft.
Die Vorwürfe überschneiden sich mit einer bereits zuvor eingereichten Zivilklage der Influencerin Aleksandra Vasilevna Mendoza. Peters hat die Anschuldigungen zurückgewiesen und will sich dagegen juristisch verteidigen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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Teilnehmer: «Es gibt keine Frauen, die uns stören»
Für die Teilnehmer gibt es auch etwas zu gewinnen: Die Veranstalter werben mit einem Preisgeld von 25’000 Dollar sowie mit der Möglichkeit, dass ausgewählte Teilnehmer später als «Professoren» zurückkehren und künftige Jahrgänge unterrichten könnten.
Das Camp scheint laut Social Media gut bei den Teilnehmenden anzukommen. In einem Video meint einer: «Ich bin traurig, geht es nur eine Woche. Ich könnte hier für immer bleiben, es ist ein Paradies. Ich und ein paar gutaussehende Jungs chillen und keine Frauen stören uns.»
Zwei Arten der vermeintlichen Selbstoptimierung
In der Szene wird zwischen zwei Arten des «Maxxing» unterschieden:
- Beim Softmaxxing wird zum Beispiel durch exzessives Kaugummikauen versucht, die Gesichtsmuskeln aufzutrainieren. Auch das sogenannte «Mewing» fällt in diese Kategorie: Dabei soll durch eine bestimmte Zungenhaltung der Kiefer geformt werden. Wissenschaftliche Belege gibt es dafür nicht.
- Unter Hardmaxxing fallen Massnahmen wie Kieferoperationen, Implantate, Steroide, extreme Appetitkontrolle oder das «Bone Smashing», bei dem mit einem Hämmerchen wiederholt auf Kiefer- und Wangenknochen geschlagen wird, um die malträtierte Knochensubstanz markanter nachwachsen zu lassen. Fachleute warnen vor schweren Nebenwirkungen und Folgeschäden. Gleiches gilt für die sogenannte «Lemon Bottle Injection», bei der ein Fett-weg-Serum ins Gesicht gespritzt wird, um die Wangenknochen zu definieren. Das Serum ist nicht zur Injektion gedacht. Auch Swissmedic warnt vor dem Präparat, das in der Schweiz nicht zugelassen ist.
Janelle Oldani (old), Jahrgang 2001, startete im September 2024 als Praktikantin im People-Ressort und ist seit September 2025 Redaktorin.
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