Böhmermann beendet «ZDF Magazin Royale»: Neue Show in Planung?

Darum gehts
- Jan Böhmermanns «ZDF Magazin Royale» wird am 18. Dezember zum letzten Mal ausgestrahlt.
- Das ZDF befindet sich mit Böhmermann «in guten Gesprächen» über ein neues Show-Konzept.
- Eine mögliche neue Zusammenarbeit würde frühestens ab Sommer 2027 beginnen.
Am 18. Dezember wird Jan Böhmermanns «ZDF Magazin Royale» zum letzten Mal über die Bildschirme flimmern. Das teilte das ZDF am Freitag mit. «Ich möchte nochmal eine andere Sendung machen», sagt Böhmermann auf Anfrage des Medienmagazins DWDL.de.
Auch das ZDF bestätigt am Freitag, dass man sich aktuell «in guten Gesprächen» über ein mögliches neues Show-Konzept befinde. «Wir würden uns freuen, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Jan Böhmermann im ZDF fortzusetzen», sagte Programmdirektorin Nadine Bilke.
Mehrere Jahre in verschiedenen Versionen
Vorerst läuft der Vertrag zwischen Böhmermann und dem ZDF aus. Am Freitag wurden die Mitarbeitenden der Sendung über die Entscheidung informiert. Sollte es eine neue ZDF-Show oder eine andere Form der Zusammenarbeit geben, würde diese möglicherweise erst ab Sommer 2027 beginnen.
Das «ZDF Magazin Royale» endet nach sechs Jahren. Es folgte auf das bis 2020 ausgestrahlte «Neo Magazin Royale», das seit 2013 in verschiedenen Versionen auf dem Sender lief.
Über die Jahre sammelten das «ZDF Magazin Royale» und seine Vorgänger zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen. Allerdings sorgte Böhmermann mit der Sendung auch immer wieder für Kontroversen. Die Sendung musste sich mehrmals juristisch verteidigen.
Böhmermanns Kontroversen
- 2015: Böhmermann behauptete in einem Satirebeitrag, das in der ARD gezeigte Mittelfinger-Video vom ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis manipuliert zu haben. Das führte zu Verwirrung über die Echtheit; später stellte sich heraus, dass die Behauptung Teil der Satire war.
- 2015, «POL1Z1STENS0HN»: Böhmermann veröffentlichte ein Lied mit Musikvideo, in dem er Gangsterrap mit Polizeikultur verband.
- 2016, «Schmähgedicht»: Böhmermann trug ein bewusst beleidigendes Gedicht über den türkischen Präsidenten vor. Erdoğan stellte Strafantrag; die Bundesregierung genehmigte damals Ermittlungen nach § 103 StGB.
- 2022, BSI-Affäre: Böhmermann kritisierte den Präsidenten des Bundesamts für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) wegen angeblichen Kontakten zu Russland. Der damalige Präsident wurde abberufen, doch in folgenden Verfahren musste Böhmermann einige Niederlagen einstecken.
- 2025, Chefket-Auftritt: Bei Böhmermanns Berliner Ausstellung war ein Konzert des Rappers Chefket am Jahrestag des Hamas-Angriffs geplant. Wegen Kritik, darunter Antisemitismusvorwürfe gegen Chefket, wurde der Auftritt abgesagt.
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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