SFV lässt Nati-Zukunft offen – Knäbel: «Xhaka hat gezeigt, wie man als Captain reagieren sollte»

SRF Sport: Peter Knäbel, Granit Xhaka hat öffentlich erklärt, dass er sich ein Covid-Zertifikat illegal erstanden hat. Können Sie nochmals rekapitulieren, wie alles abgelaufen ist?
Peter Knäbel: Granit Xhaka hat mich am Sonntag darüber informiert. Wir haben gemeinsam entschieden, dass er dem Nati-Zusammenzug fernbleibt. Wir begrüssen ausdrücklich, dass er die Verantwortung für seine Fehler übernimmt.
Wie hat Xhaka gewirkt?
Er hat reflektiert und sortiert gewirkt. Er wusste, was er wollte. Er war natürlich auch berührt, dass er den Zusammenzug verpasst. Es war aber sehr einfach und angenehm, mit ihm darüber zu sprechen – weil wir ein gewisses Vertrauensverhältnis zueinander haben.
Xhaka hat früher schon polarisiert. Gehört das einfach zu seiner Persönlichkeit?
Spieler mit Ecken und Kanten sind ausdrücklich erwünscht. Vor allem, wenn sie so grosse Qualitäten haben wie er. Wenn der Körper das Kapital ist, geht man mit diesem sehr sorgfältig um. Insofern kann ich die Gedanken und Zweifel völlig nachvollziehen. Er ist ein Captain mit Charisma. Er hat klare Konturen. Ansonsten fällt er aber nicht negativ auf.
Wie gross ist die Chance, dass er Captain der Schweizer Nationalmannschaft bleibt?
Die Gespräche miteinander werden das zeigen. Wir lassen uns noch alle Möglichkeiten offen. Es wird eine gute Lösung für alle geben.
Jüngst musste Eishockey-Nati-Trainer Patrick Fischer nach einem ähnlichen Vorfall zurücktreten. Inwiefern sind die Fälle vergleichbar?
Ich sehe grosse Unterschiede zum Fall Patrick Fischer. Granit Xhaka hat das Impfzertifikat nicht benötigt, um an einem Turnier teilzunehmen oder für Länderspiele. Es gab von Seiten des SFV nur eine Impfempfehlung, keine Impfpflicht. Der Fall ist völlig anders gelagert.
Wäre Xhaka als verurteilter Urkundenfälscher noch als Nati-Captain tragbar?
Er hat jetzt gezeigt, wie ein Captain auf so etwas reagieren sollte. Alles andere werden wir wie gesagt in Zukunft besprechen. Es ist niemand zu Schaden gekommen, deshalb ist es eine moralische Frage.
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