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Saturday, October 3, 2026

«Wer soll das bezahlen?» – Gratis-ÖV spaltet die Community

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  • Die Westschweizer Bürgerbewegung «Agissons!» lanciert eine Initiative für Gratis-ÖV und ein GA für höchstens drei Franken pro Tag.
  • Die Finanzierung ist das grösste Streitthema: Ein Fonds von mindestens acht Milliarden Franken pro Jahr soll unter anderem durch eine Mobilitätsabgabe für grosse Unternehmen gedeckt werden.
  • In einer Umfrage mit 13'720 Teilnehmenden befürworten 39 Prozent günstigen oder kostenlosen ÖV, 24 Prozent lehnen den Vorschlag als zu teuer ab.

Gratis Bus- und Tramfahren für alle, ein GA für höchstens drei Franken pro Tag und ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs: Die Westschweizer Bürgerbewegung «Agissons!» sammelt Unterschriften für eine entsprechende Volksinitiative. Jugendliche, Studierende, Lernende, Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen mit tiefem Einkommen sollen sogar den gesamten ÖV kostenlos nutzen können. Dafür ist ein Fonds von mindestens acht Milliarden Franken pro Jahr vorgesehen.

Die Idee beschäftigt auch die 20-Minuten-Community. Während einige darin eine Chance sehen, mehr Menschen vom Auto in den ÖV zu bringen, fragen sich viele: Wer bezahlt das Ganze?

«Nichts ist gratis»

Für viele liegt genau bei der Finanzierung das Problem. 0815123 schreibt: «Nichts ist gratis. Einer zahlt immer. In diesem Fall wohl die Bevölkerung respektive der Steuerzahler.» Ähnlich sieht es FoFo267: «Die Kosten verschwinden aber nicht, nur weil die Nutzung kostenlos sein soll.» Er fragt sich, ob dann auch Menschen über ihre Steuern bezahlen müssen, die den ÖV gar nicht nutzen.

Andere wären bereit, sich an den Kosten zu beteiligen. DäHöisu schreibt: «Ich zahle sofort sehr gern 1000 Franken pro Jahr mehr Steuern, wenn dafür alle ÖV nichts mehr extra kosten.» Aber auch er fragt: «Wie soll das ernsthaft finanziert werden?»

Laut «Agissons!» sind keine Steuererhöhungen für die Bevölkerung vorgesehen. Finanziert werden soll der Fonds unter anderem durch eine Mobilitätsabgabe für grosse Unternehmen sowie eine stärkere Belastung besonders teurer und umweltschädlicher Autos.

«Dann hätte ich sofort ein GA»

Andere begrüssen die Idee. Chnuuschti schreibt: «Sofort! Dann hätte ich nebst dem Auto ein GA und würde tatsächlich das Auto häufiger stehen lassen.» Der ÖV sei heute zu teuer, darum fokussiere er sich auf das Auto.

Auch Minnie-Maus findet, der ÖV müsse nicht zwingend gratis, aber «deutlich günstiger» werden. Gerade für Familien seien die Preise hoch. «Es würden sicher einige umsteigen, wären die ÖV-Preise nicht so überrissen.»

«Wo sollen die Leute Platz haben?»

Selbst einige ÖV-Fans sehen ein Problem: die Kapazität. «Ich liebe es, Ausflüge mit dem Zug zu machen. In so einem Fall müsste ich für meine Ausflüge wieder aufs Auto umsteigen, weil die Züge überfüllt sein werden», schreibt Niteli1. Matrixoneoneone fragt: «Wo sollen die Leute Platz haben? Ist ja jetzt schon alles masslos überfüllt.»

Einige Leserinnen und Leser befürchten, dass durch diese Initiative die Züge noch voller werden. (Symbolbild)

Einige Leserinnen und Leser befürchten, dass durch diese Initiative die Züge noch voller werden. (Symbolbild)20min/Gabriel Nista

Andere halten dagegen, dass die Initiative auch einen Ausbau vorsieht. Rempi schreibt: «Der Plan ist auch, den ÖV auszubauen, das Argument zieht also nicht.»

Lieber günstig statt gratis?

Mehrere Leserinnen und Leser wünschen sich einen Mittelweg. wmkatarrh schreibt: «Derzeit ist der ÖV einfach zu teuer. Es braucht keine Radikallösung, aber eine erhebliche Reduktion der Tarife wäre nötig.» Auch susannas kann den Wunsch grundsätzlich verstehen, fragt aber nach der Finanzierung. Sie findet, Monats- und Jahresabos für Schülerinnen, Schüler und Lernende sollten unbedingt günstiger werden.

Dass viele die Grundidee begrüssen, zeigt auch die Umfrage des ursprünglichen Artikels: Von 13'720 Teilnehmenden (zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels) sprechen sich 39 Prozent für möglichst günstigen oder kostenlosen ÖV aus. Weitere 28 Prozent sind grundsätzlich dafür, sofern die Finanzierung ohne grosse Mehrbelastung funktioniert. 24 Prozent lehnen den Vorschlag als zu teuer ab. Nur fünf Prozent wünschen sich Gratis-ÖV ausschliesslich für bestimmte Gruppen.

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Jasmin Steiger

Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.

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