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Sunday, September 20, 2026

Mädchen müssen intime Daten offenlegen – sonst droht Notenabzug

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Wer wegen der Periode nicht ins Wasser darf, muss an der Lakeview High School intime Angaben offenlegen – sonst droht Notenabzug.

Wer wegen der Periode nicht ins Wasser darf, muss an der Lakeview High School intime Angaben offenlegen – sonst droht Notenabzug.IMAGO/Pond5 Images

Darum gehts

  • Eine Highschool im US-Bundesstaat Michigan verlangt von Eltern schriftliche Angaben zur Dauer des Menstruationszyklus ihrer Töchter.
  • Die Regelung gilt, wenn Schülerinnen wegen ihrer Periode den Schwimmunterricht verpassen.
  • Betroffene Väter kritisieren die Vorschrift als diskriminierend und prüfen, ob sie gegen ein US-Bundesgesetz verstösst.

«Wie lange dauert die Periode Ihrer Tochter?» Diese Frage müssen Eltern der Lakeview High School im US-Bundesstaat Michigan künftig schriftlich beantworten, wenn ihre Tochter eine Schwimmstunde versäumt. Die neue Regelung sorgt für Aufsehen.

Laut den Richtlinien im Lehrplan des Sportunterrichts müssen Schülerinnen, die wegen ihrer Periode dem Schwimmunterricht fernbleiben, eine schriftliche oder per E-Mail eingereichte Bestätigung ihrer Eltern vorlegen. Daraus muss hervorgehen, wie lange ihr Menstruationszyklus voraussichtlich dauert. Versäumte Lektionen dürfen die Schülerinnen nachholen, «sofern diese ausschliesslich auf ihren Menstruationszyklus zurückzuführen sind», wie die Schulleitung schreibt.

Wie sollte eine Schule mit fehlendem Schwimmunterricht wegen der Periode umgehen?

Eltern fassungslos

Der verpasste Schwimmunterricht gilt jedoch nicht als freier Tag. «Die Schülerinnen werden Trockenübungen absolvieren, um die versäumten Tage nachzuholen», heisst es in der Regelung weiter. Für jeden nicht nachgeholten Tag droht ein Notenabzug.

Andy Amsdill, Vater einer Schülerin an der Highschool, zeigt sich gegenüber dem Sender WAFB fassungslos. «Die Lehrer verlangen von uns entweder eine schriftliche Mitteilung oder eine E-Mail mit der voraussichtlichen Dauer des Menstruationszyklus – was an sich schon lächerlich ist», sagt er.

Ist die Regelung gesetzeskonform?

Auch Bryan Shishakly, dessen Tochter die zehnte Klasse der Lakeview High School besucht, kritisiert die Regelung. Schülerinnen müssten mit Konsequenzen rechnen, wenn sie ihren Zyklus nicht offenlegten. «Ich sagte ihr: ‹Wenn sie danach fragen, bist du nicht verpflichtet, es ihnen zu sagen› – und es hat tatsächlich ihre Note beeinflusst», sagte Shishakly gegenüber CBS. «Sie ist eine Sechser-Schülerin, hat aber in Sport am Ende nur eine Vier bekommen. Ich weiss nicht, wie fair das ist, zumal diese Regelung nur für die Mädchen an der Schule gilt.»

Die Dauer eines Menstruationszyklus lässt sich jedoch nur schwer vorhersagen. Nach Schätzungen des National Institute of Health leiden 14 bis 25 Prozent der Frauen unter Zyklusstörungen. Bei jungen Mädchen sind unregelmässige Perioden noch häufiger.

Amsdill will nun prüfen lassen, ob die Richtlinien gegen ein US-Bundesgesetz aus dem Jahr 1972 verstossen. Der als Title IX bekannte Erlass verbietet Diskriminierung aufgrund des Geschlechts an Bildungseinrichtungen, die staatliche Finanzhilfen erhalten. Darunter können auch Bemerkungen über den Körper, das Aussehen oder das Verhalten von Schülerinnen und Schülern fallen.

Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr für eine Abwesenheit in der Schule intime Informationen über euren Körper preisgeben müsstet? Wo beginnt für euch der Eingriff in die Privatsphäre? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, aufgrund der Geschlechtsidentität diskriminiert?

Hier findest du Hilfe:

Karin Leuthold

Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

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