Jeder fünfte Chef weg: SRG konkretisiert ihr Sparprogramm
Bis 2029 muss die SRG 270 Millionen Franken einsparen – und 900 Vollzeitstellen abbauen. Das Projekt «Enavant SRG SSR» schreitet weiter voran. Jetzt wird es konkreter.
Publiziert: vor 16 Minuten
Aktualisiert: vor 1 Minute
Bei der SRG läuft die Neuausrichtung auf Hochtouren: Das Medienunternehmen reagiert mit dem Transformationsprojekt «Enavant SRG SSR» auf sinkende Werbeeinnahmen sowie die geplante Senkung der Serafe-Abgabe auf 300 Franken. Insgesamt müssen bis 2029 rund 270 Millionen Franken eingespart werden. Jetzt ist klar: Jeder fünfte Chef muss gehen. Das geht aus einer aktuellen Medienmitteilung hevor.
Wie tiefgreifend dieser Prozess die Organisation verändert, zeigte sich bereits auf der Führungsebene: Generaldirektorin Susanne Wille (52) griff durch und baute das Management grundlegend um. Bei SRF wurde die Anzahl der Chefredaktionsposten reduziert und die Leitung von Radio und Fernsehen zusammengelegt, weshalb langjährige Kaderleute wie TV-Chefredaktor Tristan Brenn (61) ihre Funktionen abgaben. Gleichzeitig wurden Kernbereiche wie Sport, Finanzen und HR direkt der Generaldirektion unterstellt.
Der grösste Posten sind die Kader-Positionen
Auf diesen personellen und strukturellen Umbau folgen nun die konkreten betrieblichen Sparzahlen: Die SRG präzisiert, wie der Kostensenkungsbedarf für die erste Etappe bis 2027 umgesetzt wird. Der direkte Sparbedarf im Jahr 2027 verringert sich gegenüber den ursprünglich veranschlagten 125 Millionen auf 80 Millionen Franken. Rund 95 Prozent dieser Summe sollen über Anpassungen bei Strukturen, Prozessen und Produktionsweisen erzielt werden, um das journalistische Hauptprogramm weitgehend zu schonen. Das übergeordnete Ziel, bis 2029 schrittweise rund 900 Vollzeitstellen abzubauen, bleibt jedoch bestehen, was bei der Gewerkschaft SSM weiterhin für Sorge sorgt.
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Den grössten Posten der 80-Millionen-Tranche macht mit 35,2 Millionen Franken die Reduktion von Führungsebenen sowie die Verdichtung von Immobilienflächen aus – darunter fällt auch die Aufgabe des Standorts der Generaldirektion an der Berner Giacomettistrasse. Weitere 13,2 Millionen Franken werden durch effizientere Herstellungsweisen eingespart, während 9,1 Millionen Franken aus gestrafften Gremien, zentralisierter Produktionsplanung und regionalen Synergien stammen. Zudem entlastet die Anpassung von Verträgen und Partnerschaften – etwa beim Schweizer Filmpreis – das Budget um 2,7 Millionen Franken.
Auch im Programm wird gespart
Direkt beim Programmangebot werden bis 2027 rund 3,7 Millionen Franken eingespart. Dies beinhaltet auch die bereits 2025 angekündigten Schritte im Sportbereich: Ab der Saison 2027/28 verzichtet die SRG auf die Übertragungsrechte der UEFA Champions League und zieht sich nach Ablauf der Verträge im Sommer 2027 aus der TV-Eigenproduktion der National-League-Eishockeyspiele sowie der UEFA-Klubwettbewerbe zurück. Die Differenz zur Zielsumme von 80 Millionen Franken wird über SRG-weite Einzelmassnahmen und Einmaleffekte gedeckt, während die weiteren Etappen für 2028 und 2029 in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden.
Für heute Montag sind übrigens noch Neuigkeiten bei SRF angekündigt – die Mitarbeitenden werden in diesen Stunden über konkrete Sparmassnahmen informiert.
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