Dinosaurier im Fricktal – Schweizer Dino-Hotspot: Noch vieles schlummert im Boden

Das Fricktal im Norden des Kantons Aargau: eine hügelige Landschaft mit mildem Klima. Vor langer Zeit war dies anders: «Vor 200 Millionen Jahren war das Fricktal relativ flach, am Kontinentalrand, über weite Zeiten des Jahres eher trocken und spärlich bewachsen. In den starken Regenzeiten dürften sich Wasserläufe gebildet haben, in denen Pflanzen wie Riesenschachtelhalme und Farnbäume gewachsen sind. Und wahrscheinlich zogen in dieser feuchten Jahreszeit hier die Dinosaurier umher», erklärt Andrea Oettl, Geologin und Leiterin des Sauriermuseums Frick.
Daheim des ersten Schweizer Raubsauriers
In Frick wird seit 50 Jahren nach Saurierknochen gesucht. 1976 wurden die ersten geborgen. «Zuvor war man der Meinung, dass man sie nicht bergen könne, dass sie zerfallen würden.» Ein Präparator der Universität Zürich und ein damaliger Student seien die ersten gewesen, so Oettl. Ausgegraben haben sie den Teil eines Plateosauriers. «Ein grosser Fuss davon ist nach wie vor bei uns im Museum ausgestellt.»
Im Lauf der Zeit kamen viele weitere Funde dazu. Vor allem in einer Tongrube wurden mehrere Plateosaurierskelette ausgegraben. «Frick steht im Wesentlichen für diese fünf bis acht Meter langen, pflanzenfressenden Dinosaurier. Mit dem ‹Notatesseraeraptor frickensis› haben wir aber auch einen Raubsaurier, den man bisher nur aus Frick kennt», erklärt die Museumsleiterin.
Einige Funde seien noch in Bearbeitung. «Flugsaurier oder echsenartige Tiere. Wir wissen, dass es da auch Neues darunter hat.»
Grabungsort geht zu
Gegraben wird meist im Sommer. Das ist nach wie vor viel Handarbeit. Wenn gebaut wird, sind die Saurierfans zur Stelle: «Es reicht, zwei Meter in den Boden zu graben, um auf Dinosaurier zu treffen. Wir sind mit der Bauverwaltung im Austausch, damit wir nichts verpassen», sagt Andrea Oettl.
Hauptgrabungsgebiet ist aber die erwähnte Tongrube – noch. Nach 50 Jahren Graben müssen Fachleute und Freiwillige vermehrt auf andere Gebiete ausweichen. Die Betreiberfirma baut in der Grube keinen Ton mehr ab und ein Teil wird aufgefüllt. In einer Ecke kann weiter gegraben werden.
Geld für die Dinos
Ein Thema sind laut Museumsleiterin Andrea Oettl immer die Finanzen. Das Sauriermuseum Frick wird von der Gemeinde getragen, dazu kommen die Museumseintritte. Für Bergungen und Präparationen der Funde gibt es Beiträge des Kantons Aargau und von Sponsoren.
Für das nächste Jahr sei die Finanzierung der Grabungen gesichert, so Oettl. «Danach müssen wir weiter schauen.»
Auch wissenschaftlich sei Frick ein interessanter Ort. «Für die späte Trias, die Anfangszeit der Dinosaurier, ist es weltweit eine der ergiebigsten Stellen. Wir haben sehr viele verschiedene Tierarten gefunden. Es wäre schade, wenn man stoppen müsste.» Das Bild des Fricktals vor 200 Millionen Jahren vervollständigte sich wie ein Puzzle, Stück für Stück mit jedem Fund. Hinweise geben zum einen die Knochen, zum anderen das Gestein, in welchem sie gefunden werden.
Um die rund 200 Millionen Jahre alten Funde besser präsentieren zu können, wird seit Jahren über ein neues Museum nachgedacht. Die Ausstellung befindet sich in einem ehemaligen Schulhaus und einer benachbarten Fabrikhalle. «Wir möchten natürlich so nahe wie möglich an die Ausgrabungsstätte – damit man beides zusammen besichtigen kann.» Die Museumsleiterin rechnet dazu mit mehreren Jahren.
Regionaljournal Aargau Solothurn, 25.10.2026, 17:30 Uhr ; vonb;stat;noes
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