Flugchaos liess Hunderttausende warten – jetzt ist Ursache klar

- Ein Softwarefehler beim britischen Flugsicherungsanbieter Nats führte Dienstag der vergangenen Woche zu einem Flugchaos über Grossbritannien.
- Um die 2000 Flüge mussten gestrichen werden.
- Hunderttausende Passagiere sassen fest; auch die Swiss musste knapp ein Dutzend Flüge annullieren.
Über 2000 Flüge wurden vergangenen Dienstag wegen einer technischen Störung in London gestrichen. Hunderttausende Passagiere sassen plötzlich fest, einige mussten sogar auf dem Boden von Flughäfen übernachten. Die Panne hatte auch Auswirkungen auf den Flugverkehr der Swiss: Die Airline musste knapp ein Dutzend Flüge von und nach London Heathrow, London Gatwick, London City und Manchester annullieren.
Am Freitag veröffentlichte das Unternehmen Nats (National Air Traffic Services), ein privatwirtschaftlicher Anbieter von Flugsicherungs- und Flugüberwachungsdiensten im britischen Luftraum, einen ersten Bericht zum Vorfall. Nach ersten Erkenntnissen verursachte ein Softwarefehler den Ausfall des Flugverkehrskontrollsystems.
Fehler trat «innerhalb einer Millisekunde» auf
Die betroffene Software weist Flugzeugen bei manuellen Anfragen normalerweise automatisch Codes zu, wie es im Nats-Bericht heisst, der britischen Medien vorliegt. Diese Codes ermöglichen es, Flüge auf dem Radar zu identifizieren. Der Softwarefehler trat «innerhalb einer Millisekunde» auf und führte dazu, dass das System fehlerhafte Daten generierte.
Gegenüber dem Sender ITV bestätigte Nats-Geschäftsführer Martin Rolfe, dass die Ursache der Panne nicht auf Fehlhandlungen militärischer oder ziviler Mitarbeiter zurückzuführen sei. Zudem stehe der Vorfall vom vergangenen Dienstag in keinem Zusammenhang mit einem Nats-Ausfall im Jahr 2023 oder einem Radarproblem im Juli des vergangenen Jahres.
Die britische Regierung hatte einen Cyberangriff bereits zuvor ausgeschlossen. Auch das Verteidigungsministerium dementierte vergangene Woche einen Bericht, wonach ein Militärflugzeug für das Verkehrschaos verantwortlich gewesen sei.
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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