«Es ist die Hölle»: Unwetter treffen Ferienregionen

Darum gehts
- Schwere Unwetter treffen seit Donnerstag grosse Teile Italiens – von der Toskana bis Sizilien.
- Zwei Wasserhosen verwüsteten das Hafengebiet von Marsala, verletzten Menschen und beschädigten Gebäude und Autos in der Region Trapani.
- In Rom registrierte die Feuerwehr in zwölf Stunden rund 120 Einsätze; in der Toskana blieben Schulen und Parks geschlossen.
«Ich hatte noch nie solche Angst vor dem Tod wie vor ein paar Stunden. Das Ding ist innerhalb von zwei Minuten viermal so gross geworden», schrieb eine Userin namens Ella auf X, nachdem zwei Wasserhosen die Westküste Siziliens getroffen hatten.
Die Grosstromben zogen anschliessend weiter ins Landesinnere und richteten dort erhebliche Schäden an: Menschen wurden verletzt, Gebäude und Autos beschädigt sowie landwirtschaftliche Flächen in der Region Trapani verwüstet. «Überall hört man Krankenwagen. Es ist die Hölle», schrieb Ella.
Italien wird seit Donnerstag von einer Unwetterlage erfasst. Nach jüngsten Prognosen bringt das erste ausgeprägte atlantische Herbsttief verbreitet Niederschläge, starken Wind und einen Temperaturrückgang. Der Wetterdienst hat für insgesamt 14 Regionen Warnungen ausgesprochen. Ein Überblick von Norden nach Süden:
Toskana: Warnstufe Orange
Für die Toskana gilt bis Freitagabend wegen starker Gewitter und hydrogeologischer Risiken die Warnstufe Orange. Experten warnen vor heftigen und anhaltenden Wetterereignissen mit Hagel und Sturmböen. Zahlreiche Gemeinden schlossen Parks und Friedhöfe.
In mehreren Städten, darunter Livorno, Pistoia, Carrara und Grosseto sowie Gemeinden in der Lunigiana und der Maremma, blieben die Schulen am Freitag geschlossen. In Florenz wurden Märkte und eine Strassenbahnhaltestelle vorübergehend geschlossen. In Lucca wurde die Stadtmauer gesperrt, in Viareggio die Lindenallee Viale dei Tigli.
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Im Chianti-Weinbaugebiet verursachte der starke Wind einen schweren Unfall auf der Verbindungsstrasse zwischen Siena und Florenz: Eine Windhose kippte ein Wohnmobil um. Die Feuerwehr befreite ein Paar aus dem Fahrzeug. Auch das Dach einer Tankstelle wurde durch die Trombe beschädigt.
Rom: Über 120 Einsätze der Feuerwehr
Heftige Regenfälle und starke Windböen haben Mittelitalien in den vergangenen Stunden schwer getroffen. Allein in Rom registrierte die Einsatzzentrale der Feuerwehr zwischen Donnerstagabend um 20 Uhr und Freitagmorgen um 8 Uhr rund 120 Einsätze, wie Sky TG24 berichtet.
Kampanien: Überflutete Strassen und beschädigte Kirche
In Casandrino und Giugliano in der Region Kampanien haben heftige Unwetter mehrere Strassen überflutet. In Forio d’Ischia entwurzelte der Wind Bäume. Ein Blitz beschädigte zudem die Kuppel der historischen Kirche San Gaetano schwer.
Brindisi: Grossflächige Überschwemmungen
Heftige Regenfälle haben im gesamten Stadtgebiet von Brindisi an der Adriaküste von Apulien zu grossflächigen Überschwemmungen geführt. Die Feuerwehr pumpt laut Rai News überflutete Bereiche ab. Auch eine Bahnunterführung für Fussgänger wurde überflutet.
Kalabrien: Arcomagno für Besucher geschlossen
Der Strand von Arcomagno sowie die Naturstätte bei San Nicola Arcella an der tyrrhenischen Küste bleiben am Freitag wegen der widrigen Wetterbedingungen geschlossen. Der Zivilschutz rief für das gesamte Gebiet die Warnstufe Gelb aus, die bis zu 36 Stunden gelten soll. Die Prognosen kündigen flächendeckende Niederschläge an, teils in Form heftiger Gewitter, begleitet von starken Windböen, lokalem Hagelschlag und häufigen Blitzen.
Sizilien: Zerstörerische Wasserhosen bei Marsala
Zwei Wasserhosen trafen das Hafengebiet von Marsala. Anschliessend zogen die Grosstromben über Land weiter und beschädigten in der Region Trapani Gebäude, Autos und landwirtschaftliche Flächen. Mehrere Menschen wurden dabei verletzt.
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Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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