Die 10-Tage-Regel von Prinz Harry soll deine Beziehung retten

«Der Schlüssel, um diese Balance aus Freude und Glück zu finden: Nicht länger als zehn Tage von meiner Frau und meinen Kindern weg zu sein», erklärt Prinz Harry. Seine persönliche Beziehungsregel verrät er in einem neuen Videokurs der Lernplattform MasterClass, in dem er gemeinsam mit der Trauerforscherin Mary-Frances O’Connor über Verlust und Resilienz spricht.
Die zehn Tage sollen Harry helfen, seine Arbeit und deren Sinn mit seiner Rolle als Vater und Ehemann zu vereinbaren. Ganz neu ist das Prinzip bei den Sussexes nicht. Schon in ihrem Verlobungsinterview 2017 erzählte Meghan, dass sie während ihrer Fernbeziehung nie länger als zwei Wochen ohne Treffen blieben. Damals lebte sie in Toronto, Harry in London.
Wie stehst du zu Harrys Regel, nicht länger als zehn Tage von seiner Familie getrennt zu sein?
Zehn Tage gelten nicht für alle
Für andere Paare lässt sich diese Zahl aber nicht einfach übernehmen. «Es gibt keine evidenzbasierte empfohlene Maximaldauer», sagt die australische Psychologin Carly Dober, Gründerin von Enriching Lives Psychology in Melbourne, gegenüber dem Onlinemagazin «Body+Soul».
Entscheidender als die Anzahl der voneinander getrennten Tage sei, wie Paare während der Trennung miteinander verbunden bleiben. Zwei Wochen mit kaum Kontakt könnten laut Dober deutlich belastender sein als zwei Monate Distanz mit täglichen Telefon- oder Videoanrufen. Gemeinsame Zeit, gemeinsame Werte und Erinnerungen seien für Beziehungen wichtig – eine fixe Tageszahl aber nicht.
Kontakt zählt mehr als Kalender
Eine 2025 veröffentlichte Studie zeigt ein ähnliches Bild. Forschende begleiteten 106 Menschen, die entweder für ihren Job jeweils ein bis vier Wochen am Stück weit weg von zu Hause arbeiteten oder Partnerin beziehungsweise Partner einer solchen Person waren. Während Arbeits- und Freizeitphasen hielten sie täglich fest, wie viel sie miteinander kommunizierten und wie zufrieden sie mit ihrer Beziehung waren.
Bei den auswärts Arbeitenden war die Beziehungszufriedenheit während der Arbeitstage tiefer als an den Tagen zu Hause. Bei ihren Partnerinnen und Partnern zeigte sich dieser Unterschied nicht. Bei den auswärts Arbeitenden hing die tiefere Beziehungszufriedenheit damit zusammen, dass sie während dieser Zeit weniger mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin kommunizierten.
Bei Paaren mit Kindern betrifft längere Abwesenheit zudem nicht nur die Beziehung. Wer zu Hause bleibt, übernimmt mehr Betreuung und Familienalltag allein. Dober weist darauf hin, dass mehr als zehn Tage Solo-Parenting für manche Eltern sehr belastend sein können. Gleichzeitig verpasst die abwesende Person Zeit mit den Kindern. Solche längeren Trennungen sollten Paare deshalb gemeinsam aushandeln.
Auch Abstand kann guttun
Ständig zusammen zu sein ist aber auch nicht ideal und Abstand tut manchmal auch gut: Zeit allein könne Stress reduzieren, emotionaler Erschöpfung entgegenwirken und dabei helfen, die eigene Autonomie zu bewahren, erklärt Dober. Zudem müsse der Partner oder die Partnerin so nicht sämtliche Bedürfnisse des anderen erfüllen.
Eine kleine, 21-tägige Tagebuchstudie mit 178 Personen zeigt, wie ambivalent «Zeit für sich» ist: An Tagen mit mehr Zeit allein fühlten sich die Teilnehmenden zwar weniger gestresst und autonomer, gleichzeitig aber auch einsamer und weniger zufrieden mit ihrem Tag. Eine allgemeingültige ideale Mischung aus Alleinsein und Gesellschaft fanden die Forschenden nicht.
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Meret Steiger (mst), arbeitet seit 2016 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin für Living und Auto & Mobilität und berichtet über Wohnen, Einrichten und Architektur.
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