Mysteriöse Hacking-Welle trifft europäische Supermärkte

- Hacker greifen seit Mitte Oktober Kühlsysteme von Supermärkten in mehreren europäischen Ländern an.
- In Frankreich fielen am 12. Oktober die Danfoss-Kühlregale in rund 700 Filialen aus, der Schaden geht in die Millionen.
- Am 2. November meldeten auch Belgien, Schweden, Estland und Irland Vorfälle.
- Wer dahintersteckt, ist unklar: Es gab weder Lösegeldforderungen noch Datenabflüsse.
Zunächst waren Unternehmen in Frankreich und den Niederlanden betroffen – jetzt melden auch Supermarkt-Ketten in Belgien, Schweden, Estland und Irland Vorfälle: Seit Mitte Oktober kommt es immer wieder zu Hackerangriffen auf Kühlsysteme von europäischen Grosshändlern.
Lebensmittel im Millionenwert verdorben
Beim Angriff auf französische Supermarkt-Riesen wie Intermarché und Carrefour wurden in der Nacht auf den 12. Oktober die Kühlregale von Hersteller Danfoss in rund 700 Filialen lahmgelegt. Dabei wurden die Temperaturen über Stunden auf 50 Grad angehoben. Die Schäden belaufen sich auf schätzungsweise mehrere Millionen.
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Auch in den Niederlanden gab es zum gleichen Zeitpunkt Versuche, Danfoss-Kühlsysteme zu manipulieren, während viele andere Geräte des gleichen Herstellers vorsorglich ausser Betrieb genommen wurden. Durch die Abschaltung verzögerten sich im Land auch Online-Lieferungen von Lebensmitteln um bis zu zehn Tage.
Neue Angriffe in diversen Ländern
Jetzt kommt es zu einer neuen Angriffswelle: Am 2. November vermeldeten Grosshändler in Belgien, Schweden, Estland und Irland ebenfalls Probleme mit ihren Kühlsystemen. In Schweden soll durch die verdorbenen Lebensmittel ebenfalls ein Millionenschaden entstanden sein, während die Verantwortlichen in Estland berichten, dass der Angriff innert kurzer Zeit abgewehrt und ein grösserer Schaden so verhindert habe werden können. In Irland drohen diverse Lebensmittel in 13 Supervalu-Filialen zu verderben, nachdem die Supermarktkette ebenfalls Opfer des Angriffs wurde.
Wer hinter der Angriffswelle steckt, ist derzeit völlig unklar. Bei keinem der betroffenen Unternehmen sind bisher Lösegeldforderungen eingegangen oder Daten abgeflossen, die auf ein finanzielles Motiv deuten würden. Auch Berichte über staatliche Akteure sind bislang nicht bestätigt, die Strafverfolgungsbehörden der betroffenen Staaten ermitteln.
Auch andere Hersteller betroffen
Etwas mehr weiss man zum Einstiegspunkt: Die Angreifer nutzten demnach aus, dass die Steuersysteme vieler Danfoss-Kühlsysteme offen erreichbar waren und nicht mehr mit aktuellen Softwareupdates unterstützt wurden. Mittlerweile sollen auch bei den Kühlgeräte-Herstellern Copeland und Dixell ähnliche Sicherheitslücken entdeckt worden sein.
Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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