Schweizer Landwirtschaft – Bäuerinnen und Bauern dürfen weitere Pflichtlager anzapfen

Knappes Tierfutter und weniger Erträge auf den Feldern. Die Bilanz sieht für viele Bauern und Bäuerinnen nach dem Rekordsommer düster aus. Markus Ritter, Nationalrat und Präsident des Bauernverbandes, sagt es so. «Die Futterernte war miserabel, praktisch in der ganzen Schweiz. Wir haben deutlich zu wenig Futter reinbringen können.»
Er ist dankbar, dass der Bund bereits im Sommer verschiedene Massnahmen getroffen hat, um Landwirte und Bäuerinnen zu unterstützen. Etwa hob der Bund Importzölle auf für Futtermittel wie Heu und Futtermais. Im September gab er zudem einen Teil der Vorräte im Pflichtlager frei. Es geht um Tierfutterzusätze aus Protein, die in der Herstellung von Pflanzenöl aus Soja, Raps oder Sonnenblumen entstehen, für Geflügel, Schweine und Rindvieh.
Die Situation bleibe schwierig, sagt Christian Hofer, der beim Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung den Fachbereich Ernährung leitet. «Derzeit ist der Transport der Proteinträger in die Schweiz vor allem wegen des Niederwassers auf dem Rhein schwierig. Erschwerend kommt hinzu, dass wegen der anhaltenden Trockenheit weniger Raufutter verfügbar ist, weshalb die Landwirte teilweise mehr Proteinfutter beimischen.»
Die Versorgung der Schweiz mit Proteinträgern zu Futterzwecken bleibt angespannt.
Kurz: Eine erhöhte Nachfrage bei eingeschränkter Versorgung bei Raufutter wie Heu und bei den Proteinzusätzen. Im September sind knapp 10 % dieser Vorräte bezogen worden. Mehr ist ab dieser Woche möglich, erklärt Christian Hofer: «Die Versorgung der Schweiz mit Proteinträgern zu Futterzwecken bleibt angespannt. Sollte dies weiter andauern und sich eine weitere Mangellage abzeichnen, dann können die einzelnen Unternehmen begründet ein Gesuch für Pflichtlager-Bezug stellen.»
Dieses Pflichtlager der Proteinzusätze für Tierfutter sichert die Versorgung während zweier Monate, wenn gar keine Proteinzusätze lieferbar wären. Christian Hofer stellt fest, dass Raufutter importiert werden könne. Es sei aber teuer und herausfordernd. Bauernverbandspräsident Ritter widerspricht nicht. Er hofft, dass nächstes Jahr wieder mehr wächst.
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