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Friday, September 11, 2026

Konflikte im Nahen Osten – Erdölmarkt verkompliziert sich weiter

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Erdöl ist im Moment so teuer wie seit Mai nicht mehr. Ein Fass der Sorte Brent kostet rund 109 Dollar. Der Grund: Neben der Strasse von Hormus ist nun auch die Schifffahrtsroute durch das Rote Meer beeinträchtigt. Die Huthi-Rebellen, die mit dem Iran verbündet sind, haben einen Hafen im Westen des Jemens eingenommen. SRF-Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart erklärt die Zusammenhänge.

Charlotte Jacquemart

Wirtschaftsredaktorin

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Charlotte Jacquemart hat an der Universität Zürich Ökonomie studiert und arbeitet seit Juni 2017 als Wirtschaftsredaktorin bei Radio SRF. Zuvor war sie 13 Jahre lang bei der «NZZ am Sonntag» tätig.

Wieso nähert sich der Ölpreis wieder dem Höchststand von Mai 2026 an?

Das hat mehrere Gründe: Zum einen ist der Tankerverkehr in der Strasse von Hormus wieder nahe am Erliegen. Wegen der Angriffe beider Seiten schipperten am Donnerstag nur noch sieben Tanker durch die Meerenge. Im Schnitt der letzten 10 Tage sind es 15 gewesen. Zudem griffen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen auch noch den Hafen von Mokka im Jemen an und kontrollieren ihn nun offenbar. Das bedroht die saudischen Ölexporte via Rotes Meer. Und drittens hat Saudi-Arabien gestern gemeldet, im August weniger Öl produziert zu haben als geplant, nämlich nur 6.2 Millionen Fass. Das sind 23 Prozent weniger als noch im Juli und der tiefste monatliche Output in diesem Jahr.

Was sind die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft?

Was der sprunghaft gestiegene Ölpreis anrichtet, sieht man als erstes am Finanzmarkt. Da kam es heute Nacht zu einem Ausverkauf, sowohl bei Aktien als auch bei Schuldpapieren. Die sehr wichtige zehnjährige Anleihe der USA stieg zum Beispiel auf fast 5 Prozent Rendite. Salopp zusammengefasst: Aktien runter, Zinsen rauf. Denn je teurer das Öl, desto mehr Inflation gibt es. Die teure Energie verteuert vieles. Und umso stärker müssen Notenbanken die Leitzinsen anheben, um die Inflation zu bekämpfen. Wenn aber Kapital teurer wird, dann steigen die Kosten für Unternehmen und Regierungen, mit Folgen für die Konjunktur. Laut Berechnungen der UBS könnte ein Ölpreis von über 150 Dollar pro Fass eine Rezession auslösen.

Was bedeuten die hohen Ölpreise für Private?

Der hohe Ölpreis belastet auch unsere Portemonnaies. Gerade jetzt spüren es etwa jene, die vor dem Winter noch Heizöl einkaufen müssen. Viele haben damit zugewartet, in der Hoffnung, dass der Irankrieg schnell Geschichte ist und das Heizöl wieder billiger wird. Das erweist sich jetzt als Illusion. Die Ölpreise steuern wieder auf das Hoch vom Mai zu und erwischen viele auf dem falschen Fuss. An der Tankstelle merken es auch die Autofahrerinnen und Autofahrer und das steigende Zinsniveau spürt man zudem bei Hypotheken.

Was wollen die Huthis?

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SRF-Nahostkorrespondent Thomas Gutersohn erklärt die Strategie der Huthi in Jemen: «Mit der Einnahme von Mokka können die Huthi auch die Meerenge von Bab al-Mandab kontrollieren, doch das ist nicht ihr primäres Ziel. Sie streben in erster Linie Landgewinn im der innerjemenitischen Konflikt gegen die international anerkannte Regierung von Jemen an.» Es gebe aber überlappende Interessen zwischen den Huthis und dem Iran: «Der Iran will durch die Huthi die Macht über die Meerenge am Golf von Aden erlangen, der zweiten wichtigen Handelsroute in der Region, neben der Strasse von Hormus. Die Huthi ihrerseits versuchen durch den Vormarsch die Oberhand im Jemen-Krieg zu gewinnen und mit der Einnahme der Stadt Mokka, Saudi-Arabien zu Konzessionen zu zwingen. Riad unterstützt die international anerkannte Regierung von Jemen.»

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